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Aufenthaltstitel verlängert : „Merkels Mädchen“ kann vorerst bleiben

  • Aktualisiert am

Die Kanzlerin und das Flüchtlingsmädchen: Angela Merkel tröstet Reem Sahwil in Rostock am 15. Juli 2015 Bild: Steffen Kugler/Bundesregierung/dpa

Sie gab der Debatte um Flüchtlinge diesen Sommer ein Gesicht: Die Tränen der jungen Palästinenserin Reem bewegten Angela Merkel offenbar. Nun steht fest, dass ihre Familie Deutschland nicht so bald verlassen muss.

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          Beim Bürgerdialog mit Kanzlerin Angela Merkel im Sommer brach das 14 Jahre alte Flüchtlingsmädchen Reem Sahwil aus Angst vor ihrer unsicheren Zukunft in Tränen aus - jetzt darf sie über das kommende Jahr hinaus in Deutschland bleiben. Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf die Ausländerbehörde in Rostock berichtet, liegt ein sogenannter Aufenthaltstitel vor, der bis Oktober 2017 gültig ist.

          Mit diesem Titel sei auch ein entsprechendes Aufenthaltsrecht für Reems Eltern und ihren Bruder verbunden. Der Vater habe mittlerweile Arbeit bei der Flüchtlingshilfe.

          Die palästinensische Familie ging bislang von einer befristeten Duldung bis März 2016 aus. Die Zeitung zitiert Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) mit den Worten: „Ich bin zufrieden, dass der Aufenthaltsstatus von Reem geklärt ist. Die Zeit der Unsicherheit ist vorbei und sie kann hier bleiben.“

          Emotionale Wortmeldung

          Die Tränen des Mädchens bei einem Gespräch Merkels mit Jugendlichen hatten Millionen Menschen gerührt - und die Kanzlerin in eine unerwartete Situation gebracht. Die Palästinenserin hatte Mitte Juli Merkel bei einer Diskussion in einer Rostocker Schule die schwierige Situation ihrer vor vier Jahren aus dem Libanon geflüchteten Familie berichtet. „Es ist wirklich sehr unangenehm, zuzusehen wie andere das Leben genießen können und man es selber halt nicht mitgenießen kann“, war eine ihrer Aussagen.

          Als Merkel ihr erklärte, dass nicht alle Flüchtlinge bleiben können, weinte Reem. Merkel ging auf sie zu, streichelte sie und löste damit eine kontroverse Diskussion im Internet aus.

          Kurz darauf wurde die Flüchtlingskrise zum alles überragenden politischen Thema in Deutschland.

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