https://www.faz.net/-gpf-8cx4a

Asylpolitik : Beispiel Schweden

  • -Aktualisiert am

Die schwedische Ankündigung, 80.000 Flüchtlinge abzuschieben, ist in erster Linie eine Willensbekundung. In der Praxis steht Schweden vor Problemen.

          1 Min.

          Die schwedische Ankündigung, 80.000 Flüchtlinge abzuschieben, ist in erster Linie eine Willensbekundung. In der Praxis steht Schweden vor den gleichen Problemen wie Deutschland: Abgelehnte Asylbewerber tauchen unter, verschleiern ihre Nationalität, melden sich krank oder werden von ihren Herkunftsländern nicht zurückgenommen.

          Die Abschiebung war schon immer einer der schwierigsten und politisch umstrittensten Teile im europäischen Asylverfahren, weshalb nicht nur in Deutschland so oft darauf verzichtet wurde. Trotzdem: Die schwedische Ankündigung passt ins Bild eines Kontinents, der sich schrittweise daranmacht, den Flüchtlingsstrom wieder zurückzudrängen.

          Schweden gehörte einst zu den EU-Ländern mit besonders liberaler Einwanderungspolitik; die großzügige Gewährung von Asyl gehörte zum Selbstverständnis als humanitäre Großmacht. Weil es ein vergleichsweise kleines Land ist, hat Schweden die Grenzen seiner Belastbarkeit früher erreicht als andere Zielstaaten der Migranten. Das Beispiel wird Schule machen.

          Flüchtlingskrise : Schweden will 80.000 Asylbewerber abschieben

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Weitere Themen

          Eine Präsidentin für Frankreich?

          Pécresse tritt gegen Macron an : Eine Präsidentin für Frankreich?

          Zum ersten Mal zieht die bürgerliche Rechte mit einer Frau in den französischen Präsidentenwahlkampf. Valérie Pécresse, die als Vorbilder Angela Merkel und Margaret Thatcher nennt, ist oft unterschätzt worden.

          Topmeldungen

                        Zuhause bedrängt:  Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping

          Vor Haus von Petra Köpping : Aufmarsch mit brennenden Fackeln

          In Sachsen belagern zwei Dutzend radikale Maßnahmen-Gegner das Privathaus von Gesundheitsministerin Petra Köpping. Der Verfassungsschutz beobachtet die „Querdenker“-Szene im Land zunehmend mit Sorge.
          Damals, im April, die erste Sitzung des Ausschusses im Großen Festsaal im Rathaus von Hamburg

          Cum-ex-Affäre : Staatsanwältin kritisiert Hamburger Behörden

          Im Untersuchungsausschuss zur Cum-ex-Affäre zeigt eine Staatsanwältin wenig Verständnis für das Verhalten der Hamburger Behörden. Eine Frage wird immer dringlicher: Gab es eine politische Einflussnahme?
          Bild der Geschlossenheit: Auch die unterlegenen Präsidentschaftsanwärter versammeln sich nach der Vorwahl der bürgerlichen Rechten um die Siegerin Valérie Pécresse.

          Pécresse tritt gegen Macron an : Eine Präsidentin für Frankreich?

          Zum ersten Mal zieht die bürgerliche Rechte mit einer Frau in den französischen Präsidentenwahlkampf. Valérie Pécresse, die als Vorbilder Angela Merkel und Margaret Thatcher nennt, ist oft unterschätzt worden.