https://www.faz.net/-gpf-8cx4a

Asylpolitik : Beispiel Schweden

  • -Aktualisiert am

Die schwedische Ankündigung, 80.000 Flüchtlinge abzuschieben, ist in erster Linie eine Willensbekundung. In der Praxis steht Schweden vor Problemen.

          Die schwedische Ankündigung, 80.000 Flüchtlinge abzuschieben, ist in erster Linie eine Willensbekundung. In der Praxis steht Schweden vor den gleichen Problemen wie Deutschland: Abgelehnte Asylbewerber tauchen unter, verschleiern ihre Nationalität, melden sich krank oder werden von ihren Herkunftsländern nicht zurückgenommen.

          Die Abschiebung war schon immer einer der schwierigsten und politisch umstrittensten Teile im europäischen Asylverfahren, weshalb nicht nur in Deutschland so oft darauf verzichtet wurde. Trotzdem: Die schwedische Ankündigung passt ins Bild eines Kontinents, der sich schrittweise daranmacht, den Flüchtlingsstrom wieder zurückzudrängen.

          Schweden gehörte einst zu den EU-Ländern mit besonders liberaler Einwanderungspolitik; die großzügige Gewährung von Asyl gehörte zum Selbstverständnis als humanitäre Großmacht. Weil es ein vergleichsweise kleines Land ist, hat Schweden die Grenzen seiner Belastbarkeit früher erreicht als andere Zielstaaten der Migranten. Das Beispiel wird Schule machen.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

          Folgen:

          Weitere Themen

          BND muss Presse informieren

          Auskunftsrecht : BND muss Presse informieren

          Weil er nicht zu einem Pressegespräch eingeladen war, forderte ein Redakteur Auskünfte vom Bundesnachrichtendienst. Das Bundesverwaltungsgericht gab ihm nun Recht.

          Neues Referendum bei No-Deal-Brexit Video-Seite öffnen

          Schottland droht : Neues Referendum bei No-Deal-Brexit

          Schottland hat für den Fall eines No-Deal-Brexits ein Unabhängigkeitsreferendum angekündigt. „Wir sollten dies dann 2020 ins Auge fassen“, sagte Sturgeon am Mittwoch bei einem Besuch in Berlin.

          Topmeldungen

          Die EU und Großbritannien : Warten auf Boris

          Einen Monat vor dem europäischen Gipfeltreffen, das Klarheit über den britischen EU-Austritt schaffen soll, wächst die Anspannung. Die EU hofft weiter auf konkrete Vorschläge aus Großbritannien. Doch die Zeit wird knapp.
          Jan (rechts) und Niclas Stemplewski

          Start-up Iubel : Klagen, Kassieren, Jubeln

          Der Prozessfinanzierer Iubel bietet schnellen Rechtsschutz und lässt per Algorithmus Chancen ermitteln. Auch am Dieselskandal will das Start-up mitverdienen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.