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Asylbewerber : Zahl der Abschiebungen steigt deutlich

  • Aktualisiert am

Ausreise von Asylbewerbern am Flughafen von Kassel Bild: dpa

Deutschland hat 2015 fast doppelt so viele Menschen abgeschoben wie im vergangenen Jahr. Nur in einem Bundesland ging die Zahl der Fälle zurück.

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          Die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland ist deutlich gestiegen. Bis Ende November wurden bundesweit 18.363 Fälle gezählt, wie aus einer Aufstellung des Bundesinnenministeriums hervorgeht. Im gesamten Jahr 2014 waren es 10.884 Abschiebungen gewesen.

          Bayern schickte demnach von Anfang Januar bis Ende November mehr als drei Mal so viele abgelehnte Asylbewerber (3643) zurück in die Heimat wie im gesamten Vorjahr (1007). Auch in Hessen verdreifachte sich die Zahl nahezu – auf 2306, nach 829 im vergangenen Jahr. In Baden-Württemberg verdoppelten sich die Abschiebezahlen im gleichen Zeitraum knapp: von 1080 auf 2140.

          Ausnahme Thüringen

          In anderen Bundesländern stiegen die Zahlen weniger stark an, einige verbuchten kaum eine Erhöhung. Nordrhein-Westfalen hat beispielsweise 3854 Menschen in ihre Herkunftsländer zurückgebracht. Das waren gut 900 Flüchtlinge mehr als im gesamten vergangenen Jahr. Thüringen ist das einzige Bundesland, in dem die Zahl nach unten ging: Dort wurden im laufenden Jahr 152 Abschiebungen gezählt, im vergangenen Jahr waren es 234 gewesen.

          Einige Länder hatten ihre Bemühungen, abgelehnte Asylsuchende heimzuschicken, in den vergangenen Monaten deutlich verstärkt. Bis Ende April hatte die Zahl der Abschiebungen bundesweit noch bei 4508 gelegen, Ende Juni waren es dann bereits 8178 und Ende August 11.522. Nun folgte abermals ein kräftiger Anstieg.

          Bild: dpa

          Hintergrund ist der große Flüchtlingszuzug. In diesem Jahr wurden bereits mehr als eine Million Schutzsuchende in Deutschland registriert – mehr als je zuvor in einem Jahr.

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