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Ansturm auf Griechenland : EU will weitere Flüchtlingszentren auf Balkanroute schaffen

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Zu Tode erschöpft: Flüchtlinge am Montag nach der Überquerung der griechisch-mazedonischen Grenze bei Gevgelija Bild: AFP

Angesichts des Ansturms von Flüchtlingen auf die griechische Küste plant die EU weitere Zentren zur Registrierung auf dem Westbalkan. EU-Ratspräsident Tusk lobt derweil die Politik der Kanzlerin: Angela Merkel habe verstanden, was Solidarität bedeute.

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          Um mehr Ordnung in das Flüchtlingschaos zu bringen, will die Europäische Union in den Balkanländern neue Zentren errichten. Diese sollen Migranten auf der Westbalkanroute aufnehmen, Asylanträge bearbeiten und über Rückführungen entscheiden. Darauf haben sich die EU-Innenminister bei einem Sondertreffen zur Flüchtlingskrise am Montag in Brüssel verständigt, wie Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn nach dem Treffen sagte. Das Konzept müsse noch weiter entwickelt werden. „Wir können uns eine kritische Situation vor unseren Toren nicht erlauben“, sagte Asselborn. „Es geht darum, die Ströme zu kontrollieren.“ Ziel sei aber keineswegs, Migranten zu internieren oder einzusperren.

          Asselborn: Die EU kann auseinanderbrechen

          Zuvor hatte Asselborn angesichts der Flüchtlingskrise vor einem Zerfall der Europäischen Union und einer Wiedereinführung von Grenzkontrollen zwischen den EU-Staaten gewarnt. „Die Europäische Union kann auseinanderbrechen. Das kann unheimlich schnell gehen, wenn Abschottung statt Solidarität nach innen wie nach außen die Regel wird“, sagte Asselborn am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Luxemburg. Auch die 1985 im luxemburgischen Schengen vereinbarte Abschaffung der Grenzkontrollen, an denen sich mittlerweile 26 europäische Länder beteiligen, sieht der Minister bedroht: „Wir haben vielleicht noch einige Monate Zeit.“

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