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Allensbach-Studie : Mehrheit fühlt sich über Flüchtlinge einseitig informiert

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Bild: F.A.Z.

Das Urteil variiert jedoch mit dem Thema. So wird die Berichterstattung der letzten Monate über die Flüchtlingssituation überwiegend kritisch bewertet. 42 Prozent der Bürger sind mit der Berichterstattung zufrieden, 51 Prozent in Teilen oder gänzlich unzufrieden. Überdurchschnittlich kritisch äußern sich hier die politisch interessierten Bevölkerungskreise, von denen 39 Prozent eine positive Bilanz ziehen, während 58 Prozent Kritik üben.

Viele hatten in den letzten Monaten den Eindruck, die Berichte seien zu einseitig. Im Oktober waren davon 47 Prozent der Bevölkerung überzeugt, jetzt noch 41 Prozent. Allmählich wächst hier wieder das Vertrauen, ausgewogen informiert zu werden. Nach wie vor konstatiert die Mehrheit jedoch Mängel: So sind 53 Prozent überzeugt, dass die Zusammensetzung der Flüchtlinge eine andere ist, als aufgrund insbesondere vieler Bilder zu vermuten ist.

Nur 25 Prozent der Bevölkerung glauben, dass ein realistisches Bild des Anteils von Familien und jungen Männern oder der Qualifikation der Flüchtlinge vermittelt wird. Fast jeder Zweite kritisiert auch, es werde zu wenig über die Risiken des Flüchtlingszustroms berichtet. Knapp jeder Zweite moniert, wichtige Fakten kämen zu kurz; 41 Prozent haben den Eindruck, dass kritische Stimmen weitgehend ausgeblendet werden.

Nicht weit bis zum Vorwurf der „Lügenpresse“

Die Zweifel der Mehrheit, ob die sozio-demografische Zusammensetzung und Qualifikation der Flüchtlinge realitätsgetreu berichtet werden, korreliert eng mit der Bereitschaft, den Vorwurf der „Lügenpresse“ zu unterstützen. Von denjenigen, die das Bild als realitätsfern empfinden, halten 53 Prozent diesen polemischen Vorwurf für gerechtfertigt, von denjenigen, die die Bilder für realitätsnah halten, 19 Prozent.

Diese Zweifel führen auch dazu, dass persönlichen Auskünften von Menschen, die vor Ort mit dem Flüchtlingsthema zu tun haben, zurzeit mehr Vertrauen entgegengebracht wird als der Medienberichterstattung. Diejenigen, die beispielsweise die Medienberichte über die Zusammensetzung und Qualifikation der Flüchtlinge für nicht realitätsgetreu halten, stufen mit großem Abstand persönliche Berichte von Personen vor Ort am vertrauenswürdigsten ein, während diejenigen, die hier den Eindruck einer realitätsnahen Darstellung haben, vor allem Fernsehen und Zeitungen für zuverlässige Informationsquellen halten.

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Insgesamt sind zurzeit 41 Prozent der Bevölkerung überzeugt, dass Personen, die vor Ort mit dem Flüchtlingsthema zu tun haben, eine besonders zuverlässige Informationsquelle sind; erst auf den nächsten Rängen folgen Fernsehen und Zeitungen.

Rechtsextremismus als Risiko für Deutschland

Vier von zehn Bürgern haben zurzeit den Eindruck, dass sie überredet werden sollen, sich über den Flüchtlingszustrom keine Sorgen zu machen. Aus einem Teil der Medienberichte spricht auch erkennbar die Sorge, die Bevölkerung könnte aufgrund des Flüchtlingszustroms weit nach rechts rücken. Die Bevölkerung selbst nimmt diese Sorge durchaus ernst. 56 Prozent zählen zunehmenden Rechtsextremismus zu den Risiken, mit denen Deutschland konfrontiert ist. An der Spitze der Risiken, die die Bevölkerung zurzeit sieht, stehen allerdings terroristische Gruppierungen und der Zustrom an Flüchtlingen.

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