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Allensbach-Umfrage : Mehrheit besorgt über Folgen der Flüchtlingskrise

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Die Folgen der Flüchtlingskrise beschäftigen viele Bürger (Versammlung in der Gemeinde Escheburg nach einem Brandanschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim). Bild: Picture-Alliance

In Deutschland wächst die Sorge vor den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Flüchtlingskrise. In einer Umfrage im Auftrag der F.A.Z. spricht sich eine Mehrheit für eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen aus.

          Die Sorgen vor den Folgen der Flüchtlingskrise nehmen weiter zu. Bei einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für die Frankfurter Allgemeine Zeitung haben 54 Prozent der Befragten angegeben, die Entwicklung der Flüchtlingssituation in Deutschland bereite ihnen „große Sorgen“. Im August waren es 40 Prozent. In demselben Zeitraum ging die Zahl derer, die sich zumindest „etwas Sorgen“ machen, von 45 Prozent auf 38 Prozent zurück. Bei der Umfrage, die vom 3. bis 16. Oktober erhoben wurde, sprachen sich 56 Prozent für eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen aus. Eine überwältigende Mehrheit will Flüchtlinge aus Kriegsgebieten aufnehmen, andere aber rasch und konsequent abschieben.

          Zwei Drittel der Bürger erwarten, dass die Flüchtlingswelle Deutschland stark verändern werde. Immer mehr stünden dabei die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen des Flüchtlingsstroms im Vordergrund. 62 Prozent fürchten, dass terroristische Organisationen die Flüchtlingswelle nutzten, um Terroristen einzuschleusen.

          Die Sorgen zur kurzfristigen Entwicklung sind größer als die zur langfristigen. So gaben 64 Prozent an, der Zustrom der Flüchtlinge berge kurzfristig mehr Risiken als Chancen; langfristig sehen das lediglich 46 Prozent so. Eine Mehrheit diagnostiziert einen Kontrollverlust des Staats und nimmt die Politik als ratlos wahr. So sind 57 Prozent der Bürger überzeugt, dass Deutschland jegliche Kontrolle darüber verloren habe, wie viele Flüchtlinge ins Land kommen. Jeder zweite unterstellt der Politik Realitätsverluste. Dabei sei den Bürgern klar, so die Autoren, dass nur ein Teil der Maßnahmen kurzfristig wirken könne. Sie erwarteten aber Klarheit über die Ziele der Politik und der Maßnahmen zur Eindämmung des Problems.

          Als Folge der wachsenden Sorgen ging die Zustimmung für die CDU/CSU von 42 Prozent in der ersten Septemberhälfte auf 38 Prozent zurück und damit auf den niedrigsten Wert seit der Bundestagswahl von 2013. Die SPD legte leicht von 25,5 Prozent auf 26 Prozent zu, die AfD verdoppelte ihre Zustimmungsrate auf 7 Prozent. Nahezu unverändert blieben die Werte der anderen Parteien.

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