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Allensbach-Studie : Das Lebensgefühl der Einwanderer

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Sprachkurs für Einwanderer: Viele Deutsche glauben, Ausländern werde zunehemnd mit Misstrauen begegnet. Bild: Lehnen, Etienne

In einer Befragung sollten Deutsche einschätzen, wie sich Einwanderer derzeit fühlen. Die Ergebnisse hat Allensbach mit den Aussagen von Migranten kontrastiert.

          Die Landtagswahlergebnisse vom vorvergangenen Sonntag zeigen, dass sich die Gesellschaft unter dem Eindruck der Flüchtlingskrise politisch polarisiert hat. Einerseits haben mit Malu Dreyer und Winfried Kretschmann zwei Ministerpräsidenten die Wahlen gewonnen, die sich ausdrücklich für die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin ausgesprochen hatten, andererseits zeigen die Erfolge der AfD, wie weit sich der Unmut über ebendiese Politik und die Ängste, die sie auslöst, bereits in die Mitte der Gesellschaft hinein ausgebreitet haben.

          Dabei sind es bei weitem nicht nur die AfD-Anhänger, die sich angesichts der Einwandererzahlen Sorgen machen. Im Januar dieses Jahres sagten bei einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach jeweils fast drei Viertel der Befragten, sie fürchteten, dass Europa den Flüchtlingsströmen nicht mehr gewachsen sei, dass sie Angst hätten, dass durch die Flüchtlinge die Kriminalität zunehme und dass die Flüchtlinge das Sozialsystem stark belasteten. Das Gefühl der Überforderung ist verbreitet und mit ihm die Furcht vor dem Verlust der kulturellen Identität. Bereits im vorigen Jahr wiesen in einer Allensbacher Umfrage selbst die Anhänger der Grünen die These, wonach der Islam mittlerweile zu Deutschland gehöre, mit einer klaren relativen Mehrheit von 49 zu 40 Prozent zurück. Noch größer waren die Abwehrreflexe bei den Anhängern der anderen Parteien.

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          So gibt es eine ganze Reihe von Indizien, die den Schluss nahelegen, dass das gesellschaftliche Klima gegenüber Ausländern in Deutschland rauher geworden ist, und zwar nicht nur bei Protestveranstaltungen, bei denen aggressive Reden gehalten werden, sondern auch im Alltag. Tatsächlich haben auch erhebliche Teile der Bevölkerung diesen Eindruck: In der aktuellen Repräsentativumfrage im Auftrag der F.A.Z. wurden die Befragten gebeten, sich einmal in die Lage von Ausländern in Deutschland hineinzuversetzen und zu sagen, wie diese sich zurzeit in Deutschland wohl fühlen könnten. Sie sollten dabei an Menschen denken, die schon länger in Deutschland leben, nicht an neu angekommene Flüchtlinge.

          Zu dieser Frage wurde eine Liste mit 12 Aussagen zur Auswahl vorgelegt. 52 Prozent der Befragten meinten daraufhin, sie nähmen an, dass Ausländer heute mehr Misstrauen erführen als früher, 45 Prozent glaubten, sie würden von vielen Deutschen als Fremde betrachtet werden, 35 Prozent meinten, viele Ausländer fühlten sich manchmal von Deutschen herablassend behandelt. Zwar glaubten auch 41 Prozent, die meisten Ausländer fühlten sich in Deutschland wohl, doch nur 23 Prozent vermuteten, dass sie ein „ganz normales Leben“ führten, bei dem ihre ausländische Herkunft im Alltag keine Rolle spiele.

          Doch stimmt diese Außensicht mit den Erfahrungen der in Deutschland lebenden Einwanderer überein? Dies mit einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage zu überprüfen ist nicht ganz leicht. Seit einigen Jahren wird in den Allensbacher Umfragen neben vielen anderen Befragtenmerkmalen wie dem Alter, dem Geschlecht und der Konfession auch der Migrationshintergrund erfragt. Jeweils etwas mehr als zehn Prozent der Befragten, rund 160 Personen, geben an, dass sie selbst oder ihre Eltern nicht aus Deutschland stammen. Um eine etwas größere Analysebasis zu gewinnen, wurden nun einige Fragen, die speziell an Einwanderer oder Deutsche mit Einwanderungsgeschichte gerichtet waren, in zwei aufeinanderfolgende Umfragen im Februar und März dieses Jahres aufgenommen. Auf diese Weise liegen heute die Antworten von 338 Personen mit Migrationshintergrund vor. Über ihre Antworten wird im Folgenden berichtet.

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