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Afghanistan und Pakistan : Stephan Weil für Verhandlungen mit Iran über Flüchtlinge

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Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) im Landtag in Hannover Bild: dpa

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil wird demnächst nach Iran reisen. Im Gespräch mit der F.A.Z. plädiert der SPD-Politiker nun dafür, auch mit Teheran Gespräche darüber zu führen, wie der Zuzug von Flüchtlingen nach Europa vermindert werden kann.

          Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, eventuell auch mit Iran Gespräche darüber zu führen, wie man den Zuzug von Flüchtlingen aus Afghanistan und Pakistan vermindern kann. „Die Gespräche mit der Türkei begrüße ich sehr, es mag aber sein, dass sie nicht ausreichen werden. Wir werden gegebenenfalls auch mit Iran über eine Aufnahme von noch mehr Flüchtlingen aus seinen östlichen Nachbarstaaten Afghanistan und Pakistan sprechen müssen. Wir müssen auch dort versuchen, die Sicherung der EU-Außengrenzen schon vor Erreichen der eigentlichen Grenze wirksam werden zu lassen", sagte Weil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Freitagsausgabe).

          Der Ministerpräsident, der demnächst selbst nach Iran reisen wird, äußerte sich besorgt über die Migrantenströme aus dem südasiatischen Raum. „Aus Pakistan und Afghanistan machen sich Menschen in einer Zahlengröße auf den Weg, die uns aus europäischer Sicht erschrecken muss. Darüber sollten wir mit dem Iran sprechen."

          Bedenken, man dürfe mit Iran wegen dessen Unterstützung des Assad-Regimes in Syrien nicht sprechen oder mit der Türkei wegen der dortigen innenpolitischen Situation, trat Weil entgegen. „Mir sind die rechtsstaatlichen Probleme in der Türkei durchaus bewusst, aber keine Gespräche zu führen, würde den Menschen, die auf der Flucht sind, nicht helfen. In der Internationalen Politik kann man sich seine Gesprächspartner nicht nach Sympathie auswählen. Das wäre unrealistisch und geht an der Not der betroffenen Menschen vorbei.“

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