https://www.faz.net/-gpf-89lpi

Afghanische Meinungsänderung : Kabul nimmt abgelehnte Asylbewerber doch zurück

  • Aktualisiert am

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani Bild: dpa

Der afghanische Migrationsminister hatte in Deutschland mit der Äußerung, sein Land nehme keine abgelehnten Asylbewerber zurück, für Irritation gesorgt. Präsident Ghani hat diese Entscheidung nun revidiert.

          Afghanistan will abgeschobene Asylbewerber aus Deutschland nach Angaben aus Diplomatenkreisen nun doch zurücknehmen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier habe am Rande der Syrien-Konferenz in Wien mit dem afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani telefoniert, hieß es am Freitag aus Kreisen der deutschen Delegation. Es habe dabei seine Irritation über die jüngsten Äußerungen des afghanischen Migrationsministers zum Ausdruck gebracht.

          „Präsident Ghani versicherte, dass das nicht die Haltung seiner Regierung sei und sich Afghanistan selbstverständlich auch in dieser Frage an seine internationalen Verpflichtungen halten werde“, verlautete aus den deutschen Diplomatenkreisen.

          Das Migrationsministerium in Kabul hatte zuvor für Wirbel gesorgt, als es bestritt, eine Pflicht zur Aufnahme abgelehnter Asylbewerber aus Deutschland zu haben. Darüber gebe es keine Vereinbarung, erklärte ein Sprecher. Es reagierte damit auf die Ankündigung von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere, Afghanen verstärkt in ihre Heimat abzuschieben.

          Die Zahl afghanischer Asylbewerber war in diesem Jahr massiv in die Höhe geschnellt. Zugleich verschlechterte sich die Sicherheitslage nach dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes am Hindukusch, an dem auch die Bundeswehr beteiligt war. Seit Jahresbeginn sind deutsche Soldaten nur noch als Berater in Afghanistan stationiert.

          Afghanische Flüchtlinge erreichen die griechische Insel Lesbos

          Weitere Themen

          Leben in der Festung

          FAZ Plus Artikel: Afghanistan : Leben in der Festung

          Viele junge Afghanen kehren in ihr Land zurück. Seit dem Sturz der Taliban 2001 hat sich dort einiges verändert. Sie möchten sich am Aufbau ihrer Heimat beteiligen. Doch die Angst vor dem Verlust der neuen Freiheit ist groß.

          Merkel erinnert an Widerstand gegen NS-Regime Video-Seite öffnen

          Livestream zu Rekrutengelöbnis : Merkel erinnert an Widerstand gegen NS-Regime

          Das Attentat auf Adolf Hitler jährt sich an diesem 20. Juli zum 75. Mal. Rekruten der Bundeswehr legen an diesem Tag traditionell ihr Gelöbnis ab – und die neue Verteidigungsministerin hat ihren ersten größeren Auftritt. Verfolgen Sie die Zeremonie im Livestream.

          Topmeldungen

          Bereits ab 14.00 Uhr könnte die gefühlte Temperatur über 32 Grad liegen, dann herrscht Warnstufe 2. (Archivbild aufgenommen in Berlin)

          Deutscher Wetterdienst : Hitzewarnung für Deutschland

          Der Deutsche Wetterdienst rechnet ab Montag mit ersten Hitzewarnungen. Ab Mittwoch soll dann ganz Deutschland von einer Hitzewelle erfasst werden. Besonders Kinder, alte und kranke Menschen sind durch die hohen Temperaturen gefährdet.

          Klare Ansage : Kovac will Real-Star nicht beim FC Bayern

          Den Spekulationen um einen möglichen prominenten Neuzugang erteilt Bayern-Trainer eine vehemente Absage. Die Zukunft von Renato Sanches bei Bayern München scheint jedoch geklärt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.