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Flüchtlingskrise : Wieder Dutzende Tote vor den griechischen Inseln

  • Aktualisiert am

Ein freiwilliger Helfer auf der Insel Lesbos Bild: dpa

Schon wieder sind vor Griechenland Dutzende Flüchtlinge im Meer ertrunken. Er schäme sich, sagte der griechische Ministerpräsident Tsipras. „Die Wellen spülen nicht nur tote Migranten, sondern auch die europäische Kultur an Land.“

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          Vor den griechischen Inseln ist es wieder zu tödlichen Havarien von Flüchtlingsbooten gekommen. Aus einem vor Kalymnos gekenterten Boot hätten 19 Menschen nur noch tot geborgen werden können, teilte die griechische Küstenwache am Freitag mit. 139 Menschen seien aus der aufgewühlten See gerettet worden. Vor Rhodos ertranken demnach bei einer weiteren Havarie drei Menschen, darunter ein Kind und ein Baby. Sechs Personen überlebten das Unglück.

          Bei einem weiteren Unglück in der türkischen Ägäis sind vier syrische Kinder ums Leben gekommen. Das Boot mit 19 syrischen Flüchtlingen sei am Donnerstagabend auf dem Weg von der türkischen Küste zur griechischen Insel Lesbos von einer Sturmböe erfasst worden und gekentert, meldete die Nachrichtenagentur DHA am Freitag. Die türkische Küstenwache habe 19 der Insassen retten können. Vier Kinder im Alter zwischen einem und vier Jahren hätten nur noch tot geborgen werden können. Bereits am Mittwochabend brach vor der Insel Lesbos ein hölzernes Boot auseinander. Dabei starben mindestens 16 Menschen, 274 wurden gerettet.

          Flüchtlinge brechen trotz rauer See auf

          Seit Jahresbeginn sind mehr als eine halbe Million Flüchtlinge auf den griechischen Inseln angekommen. Mit dem Herbst wird die See in der Ägäis immer rauer. Flüchtlinge berichteten nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Schlepper würden „Ermäßigungen“ um bis zu 50 Prozent auf die zwischen 1100 und 1400 Euro teure Überfahrten anbieten, wenn diese bei schlechtem Wetter und in aufblasbaren Flößen angetreten werde. Demnach sollen die Passagen in stabileren Holzbooten mit Preisen zwischen 1800 und 2500 Euro teuer sein.

          Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat sich bestürzt über die Flüchtlingstragödien in der Ägäis geäußert. Zugleich appellierte er an andere europäische Spitzenpolitiker, die Streitigkeiten über den Umgang mit Migranten zu beenden. „Als Mitglied der Führung Europas schäme ich mich“, sagte Tsipras am Freitag. Das eine Land schiebt das Problem dem anderen zu. „Die Wellen spülen nicht nur (tote) Migranten, sondern auch die europäische Kultur an Land“, sagte Tsipras.

          Der Regierungschef versicherte, Griechenland werde 50.000 Migranten in Aufnahmelager und in Wohnungen aufnehmen. Er schlug aber vor, dass die sogenannten Hotspots (Registrierzentren) der EU in der Türkei und Ländern wie dem Libanon, wo es Flüchtlingslager gibt, in Betrieb genommen werden. Damit würden die Flüchtlinge nicht gezwungen, die gefährliche Überfahrt aus der Türkei zu den griechischen Inseln zu unternehmen.

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