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Flüchtlingsabkommen : Erdogans Drohszenario

  • -Aktualisiert am

Könnte die Türkei wieder Tausende Flüchtlinge nach Europa ziehen lassen? Erdogan droht implizit damit. Dabei hat er selbst viel zu verlieren.

          Man sollte sich von Erdogan nicht ins Bockshorn jagen lassen. Die Balkan-Route ist geschlossen. Er kann nicht mehr so einfach wie vor einem Jahr massenhaft Migranten nach Europa weiterziehen lassen – oder gar dort hinschicken.

          Denn viele werden zögern, einen Schleuser zu bezahlen, wenn die Gefahr besteht, auf einer griechischen Insel hängenzubleiben. Außerdem ist das EU-Türkei-Abkommen, das einen Beitrag zur Eindämmung des Flüchtlingsstroms geleistet hat, auch im türkischen Interesse. Immerhin bekommt Ankara viel Geld aus Brüssel und die heißersehnte Visumfreiheit womöglich noch dazu.

          Dass da noch über Einzelheiten gestritten wird, ist selbstverständlich, denn auch die Europäer müssen ihre Interessen wahren. Auf Erdogans Erpressungsversuch, wenn es denn einer sein soll, muss die europäische Seite also nicht eingehen. Bleibt die Frage, warum er so allergisch auf eine Resolution des Europaparlaments reagiert, die er selbst „wertlos“ nennt.

          Kann es sein, dass sich Erdogan seiner neuen Freunde in Moskau und Peking doch nicht so sicher ist?

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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