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Sonderzug nach Berlin : Abgesprungene Flüchtlinge wieder aufgegriffen

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Zwei syrische Flüchtlinge gestern an einem Sonderzug in München mit dem Ziel Berlin. Aus einem ähnlichen Zug sprangen die 180 Flüchtlinge am Dienstag. Bild: AFP

Die Flüchtlinge zogen mehrfach die Notbremse und verließen den Zug in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Jetzt wurden die rund 180 Menschen wieder aufgegriffen. Vermutlich wollten sie die Registrierung in Deutschland umgehen.

          Dutzende Flüchtlinge haben am Dienstag in einem Sonderzug von München nach Berlin zweimal die Notbremse gezogen und den Zug im Süden Sachsen-Anhalts verlassen. Dies teilte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) am Dienstag auf der Kabinettspressekonferenz in Magdeburg mit. Er verurteilte das Verhalten der Flüchtlinge, die sich offensichtlich der Registrierung entziehen wollten. Alle auf offener Strecke aus dem Zug gesprungenen Flüchtlinge seien von der Polizei wieder aufgegriffen worden und in Aufnahmestellen im Land gebracht worden.

          Nach Polizeiangaben handelt es sich um 180 Flüchtlinge, die mehrfach auf der Strecke die Notbremse des Intercitys gezogen hätten, sagte Bundespolizei-Sprecher Jens Schobranski. Ganze Gruppen von Menschen hätten dann den Zug verlassen. Dies hätten mitfahrende Bahnmitarbeiter berichtet.

          Von 518 angekündigten Menschen kamen laut Schobranski am Dienstag nur 339 am Bahnhof Berlin-Schönefeld am südöstlichen Stadtrand der Hauptstadt an, 179 fehlten. Die Notbremsungen seien in Sachsen und Sachsen-Anhalt erfolgt, hieß es. Möglicherweise wollten die Menschen in Berlin nicht offiziell registriert werden. Bekannt ist, dass ein Teil der Flüchtlinge und Einwanderer eigentlich nach Schweden und in andere skandinavische Länder wollte und deswegen die Registrierung als Asylbewerber in Deutschland umgehen möchte.

          Der betroffene Zug war nach Angaben des Senats zuvor umgeleitet worden. Die Berliner Senatssozialverwaltung teilte am Dienstag über Facebook mit: „Der Zug sollte ursprünglich in ein anderes Bundesland gehen, das aber signalisiert hatte, keine weiteren Flüchtlinge mehr aufnehmen zu können. Die Länder Berlin und Brandenburg hatten sich daher spontan entschlossen, die Menschen bei uns aufzunehmen. Der Zug wurde daher auf der Strecke umgeleitet.“ Ob die Notbremsungen mit der Umleitung zusammenhingen, war zunächst unklar.

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