https://www.faz.net/-gpf-99f5h

Afghanen auf Lesbos : Flüchtlinge bei Auseinandersetzungen verletzt

  • Aktualisiert am

Protest gegen Lebensbedingungen: Flüchtlinge auf Lesbos Bild: EPA

Rechtsextreme Demonstranten wollten protestierende Flüchtlinge vertreiben. Bei den Zusammenstößen wurden mehr als ein Dutzend Menschen verletzt. Die Polizei räumte den Platz.

          1 Min.

          Auf der griechischen Insel Lesbos sind mehr als ein Dutzend Flüchtlinge bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mit rechtsextremen Demonstranten verletzt worden. Wie die Polizei am Montag mitteilte, demonstrierten Anhänger einer rechtsextremen Gruppe am Sonntagabend an einem Platz in der Inselhauptstadt Mytilini, den fast 200 Afghanen am Dienstag besetzt hatten. Die Flüchtlinge protestierten gegen die schlechten Lebensbedingungen in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern auf Lebos.

          Die rechten Demonstranten bewarfen die Flüchtlinge mit Flaschen und Leuchtraketen, wie die Polizei mitteilte. Dabei seien mehr als ein Dutzend Afghanen leicht verletzt worden. Sie wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

          Die Polizei setzte Tränengas ein, um beide Gruppen auseinander zu bringen. Trotzdem dauerten die Auseinandersetzungen, an denen sich später auch linksgerichtete Unterstützer der Flüchtlinge beteiligten, die ganze Nacht über an. Der Polizei gelang es schließlich, den besetzen Platz zu räumen. Die protestierenden Afghanen wurden in die Flüchtlingslager auf Lesbos zurückgebracht.

          Menschenrechtsorganisationen machen immer wieder auf die alarmierenden Zustände in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln aufmerksam. In den Erstaufnahmelagern auf Lesbos, die für 3000 Flüchtlinge ausgelegt sind, warten derzeit mehr als 6500 Menschen auf die Bearbeitung ihrer Asylanträge.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der BGH urteilt: Die in den milliardenschweren Cum-Ex-Steuerskandal verwickelten Börsenhändler haben sich strafbar gemacht.

          Urteil mit Signalwirkung : BGH bestätigt Strafbarkeit im Cum-Ex-Skandal

          Mit Hilfe von Cum-Ex-Geschäften sollen Aktienhändler über Jahre hinweg dem Staat das Geld aus der Tasche gezogen haben. Der Bundesgerichtshof hat nun erstmals klargestellt, dass das strafbar war. Das Urteil hat Signalwirkung.
          Die westliche Wissenschaft  wird von der kritischen Rassentheorie unter Generalverdacht gestellt.

          Kritische Rassentheorie : Feindliche Umarmung der Wissenschaft

          Ohne Aussicht auf rationale Verständigung: Die Biomedizin und andere Naturwissenschaften geraten in den Strudel identitärer Ideologien, die ihre Erkenntnisgrundlage aushöhlen und sie mit Pauschalvorwürfen überziehen. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.