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Feinstaub : Je kleiner die Partikeln, desto größer das Risiko

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Von den in der Luft verteilten Schwebstoffen, die sämtlich zu dem seit Tagen diskutierten „Feinstaub“ zählen, sind die kleinsten, für das menschliche Auge unsichtbare Teilchen die gefährlichsten.

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          Von den in der Luft verteilten Schwebstoffen, die sämtlich zu dem seit Tagen diskutierten „Feinstaub“ zählen, sind die kleinsten, für das menschliche Auge unsichtbare Teilchen die gefährlichsten.

          Sie können neben festen Partikeln, die bei Verbrennungsprozessen entstehen, aber auch ganz natürlich von der Vegetation gebildet werden, Hunderte von chemischen Verbindungen und besonders Metallverbindungen enthalten. Diese fördern entzündliche Reaktionen in der Lunge. Generell gilt: Je kleiner die Partikeln und je tiefer sie in die feinen Lungenbläschen einzudringen vermögen, desto länger verweilen sie im Körper und desto größer ist das Gesundheitsrisiko.

          Wirkungen auf das Herzkreislaufsystem

          In den vergangenen Jahren hat man nicht zuletzt durch internationale und umfangreiche deutsche Untersuchungen herausgefunden, daß die Wirkung insbesondere auf das Herzkreislaufsystem gravierend sein können. Die Teilchen erhöhen insbesondere die Plasmaviskosität des Blutes und schädigen die Funktion der Arterien und des Herzens. Davon betroffen sind hauptsächlich empfindliche ältere und vorgeschädigte Menschen - wozu auch langjährige Raucher zählen. Epidemiologen konnten zeigen, daß gerade die Metallpartikeln in der Lunge allergisch bedingte Atemwegserkrankungen wie Asthma verschlimmern können.

          Was die langfristigen Folgen angeht, ist es besonders schwierig, die unterschiedlichen Wirkungen, die verschiedene andere Luftinhaltsstoffe, beispielsweise Ozon, verursachen, von denen des Feinstaubs zu trennen. Als gesichert gilt aus Studien etwa mit beruflich exponierten Menschen, daß die feinsten Teilchen mit ihren toxischen Verbindungen das Risiko, Lungenkrebs zu entwickeln, spürbar erhöht. Allerdings hängt auch das stark von der Zusammensetzung und der Größe der Partikeln ab. Epidemiologen schätzen, daß eine zusätzliche Feinstaubmenge von durchschnittlich zehn Millionstel Gramm (Mikrogramm) pro Kubikmeter Luft im Jahr die Sterblichkeit an Herz- und Atemwegserkrankungen um neun Prozent und die Sterblichkeit an Lungenkrebs um 14 Prozent erhöht.

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