https://www.faz.net/-gpf-3q57

FDP-Streit : Möllemann will Genscher als Vermittler

  • Aktualisiert am

Genscher als Vermittler zwischen Westerwelle und Möllemann? Bild: dpa

Der nordrhein-westfälische FDP-Chef Möllemann will Ehrenvorsitzenden Genscher als Vermittler im Streit mit Westerwelle einsetzen.

          1 Min.

          Im Führungsstreit der Liberalen setzt der nordrhein-westfälische FDP-Landeschef Jürgen Möllemann seine Hoffnungen nun auf das Vermittlungsgeschick des FDP-Ehrenvorsitzenden Hans-Dietrich Genscher. Der frühere Außenminister sei sein politischer Lehrer gewesen und habe FDP-Chef Guido Westerwelle als Kanzlerkandidat vorgeschlagen, sagte Möllemann am Samstag. „Vielleicht können wir ihn gemeinsam besuchen“, sagte Möllemann. Genscher wird nach einer Notoperation am Darm seit Dienstag in einem Bonner Krankenhaus behandelt.

          Auch die FDP Schleswig-Holstein hatte Genscher als Vermittler im Streit um die von Westerwelle betriebene Absetzung Möllemanns als NRW-Landeschef vorgeschlagen. Genscher, der als Förderer Möllemanns gilt, hatte diesem zuvor allerdings bereits seine Unterstützung als FDP-Bundesvize entzogen und damit zum Rücktritt Möllemanns von diesem Posten beigetragen.

          Kubicki springt Möllemann zur Seite

          Möllemann versicherte nun erneut, er wolle Westerwelle in Berlin „keine Schwierigkeiten“ machen und statt dessen das „gestörte Verhältnis“ wieder reparieren. Dazu biete er an, nach seinem Rücktritt als Parteivize auch seinen Sitz im Bundesvorstand aufzugeben, fügte Möllemann hinzu. Sein bundespolitisches Engagement sei „definitiv beendet“. Um eine mögliche SPD-FDP-Koalition in Düsseldorf zu ermöglichen, sei er auch bereit, auf einen Sitz in der Landesregierung zu verzichten. Dann werde er als Fraktionsvorsitzender seinen Beitrag leisten.

          Schützenhilfe erhielt Möllemann von dem schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. Die „altbekannten Berliner“ wollten den NRW-Liberalen „drehbuchmäßig niedermetzeln“, sagte Kubicki mit Blick auf den Chef der FDP-Bundestagsfraktion, Wolfgang Gerhardt, und „die Südschiene“ in der FDP. Kubicki fügte hinzu, Westerwelle müsse Gerhardt als Fraktionschef ablösen, ansonsten sei die Partei „wieder der Bedeutungslosigkeit preisgegeben“.

          Weitere Themen

          Mehr Rechte in der Bundeswehr

          550 Verdachtsfälle : Mehr Rechte in der Bundeswehr

          Bei rund 550 Bundeswehrsoldaten geht der Militärische Abschirmdienst einem Verdacht auf Rechtsextremismus nach. Außergewöhnlich viele Verdachtsfälle gibt es demnach in der Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK).

          Topmeldungen

          Seit Anfang des Jahres gelten andere Regel für Totalverluste aus Kapitalvermögen: Sie sind nicht mehr voll von der Steuer absetzbar.

          Steuergesetz : Verluste tun jetzt doppelt weh

          Wenn Anleger Geld verlieren, müssen sie oft trotzdem Steuern zahlen. Schuld daran ist ein neues Gesetz, das eigentlich nur grenzüberschreitende Steuergestaltungen regeln sollte.
          Werder Bremen ist in Not: Ratlosigkeit in den Gesichtern von Kevin Vogt (rechts) und  Josh Sargent

          0:3 gegen Hoffenheim : Werder Bremen geht unter

          Werder ist gegen Hoffenheim vorne zu harmlos und hilft hinten dem Gegner mit dem dritten Eigentor der Spielzeit. Die Bremer bleiben nach der sechsten Heimniederlage weiter im Tabellenkeller. Die TSG festigt ihre Position im Tabellen-Mittelfeld.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.