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FDP : Gerhardt fordert Neugründung der Marktwirtschaft

  • -Aktualisiert am

Neues Papier: Wolfgang Gerhardt, Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung Bild: ddp

Die FDP will die soziale Marktwirtschaft verteidigen. Es gebe kein anderes Wirtschaftssystem, das „auch nur annähernd so erfolgreich wäre wie die Marktwirtschaft“, schreibt der frühere FDP-Vorsitzende Wolfgang Gerhardt in einem Papier, das der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vorliegt.

          Die FDP gibt sich entschlossen, die soziale Marktwirtschaft auch angesichts der Finanzkrise selbstbewusst zu verteidigen. „Marktwirtschaftliche Wege sind immer auch mit Risiken behaftet. Dennoch gibt es kein anderes Wirtschaftssystem, das auf der Suche nach klugen Lösungen für komplexe Probleme nur annähernd so erfolgreich wäre wie die Marktwirtschaft“, schreibt der Vorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung und frühere Parteivorsitzende Wolfgang Gerhardt in einem Papier, das der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vorliegt.

          Einen starken Staat schließe das nicht aus. „Im Gegenteil. Nur ein starker Staat kann individuelle Grund- und Freiheitsrechte, Eigentumsrechte und damit letztlich die Funktion offener und freier Märkte sichern“, schreibt Gerhardt und fordert „ein Stück kultureller Neugründung einer Marktwirtschaft als Teil gesellschaftlicher Freiheit“.

          „Der Staat ist noch nicht der bessere Banker“

          Mit Blick auf die zahlreichen Kritiker der sozialen Marktwirtschaft warnt Gerhardt aber davor, nun das Kind mit dem Bade auszuschütten. „Das Marktversagen von heute ist die Konsequenz aus dem Staatsversagen von gestern“, äußert der FDP-Politiker und nennt die Politik der amerikanischen Regierung, die staatsnahe Hypothekenbanken dazu veranlasst habe, nicht abgesicherte Kredite anzubieten. Der Staat habe den Menschen vorgespielt, dass der Traum vom Eigenheim ohne jedes Eigenkapital realisierbar sei. „Es waren in Deutschland die Landesbanken, die sich in riskanten Geschäftsfeldern überhoben“, äußert Gerhardt. Es seien zudem die die staatlich umsorgten und eigentlich von genügend staatlichem Aufsichtspersonal umgebenen und durchflochtenen KfW und IKB gewesen, die sich gewaltig verspekulierten.

          „Dass das Eingreifen des Staates gegenwärtig notwendig und unumgänglich ist, macht den Staat noch lange nicht zum besseren Banker“, schreibt Gerhardt. Im übrigen sind nach seiner Ansicht Markt und Moral keine Gegensätze. „Markt sowie Charakter und Haltung sind gleich bedeutend und gleich wichtig“, schreibt Gerhardt den Managern ins Stammbuch, und spricht von der „kaufmännischen Tugend der Bescheidenheit“. Es gehe um „zivilisatorische Tugenden, die durch die gelebt werden müssen, die darin agieren“.

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