https://www.faz.net/-gpf-a7cm2

FDP am Abgrund : Anleitung für die Wahl

Schattenspiele: Landesparteitag der bayerischen FDP am 16. November 2019 in Amberg. Bild: dpa

Viel trennt die FDP derzeit nicht mehr von dem Sturz in die parlamentarische Bedeutungslosigkeit. Höchste Zeit für politische Sicherungsmanöver.

          1 Min.

          Wenn am kommenden Sonntag ein neuer Bundestag gewählt würde, müsste nur eine der sieben dort vertretenen Parteien um ihre parlamentarische Existenz bangen. Die AfD ist es nicht. Sie könnte weiterhin damit rechnen, die Stimmen jener nicht wenigen Deutschen auf sich zu vereinen, die sich nicht (mehr?) als Staatsbürger verstehen, sondern gleich für das Volk halten.

          Nein, wieder einmal ist es die FDP, die in den politischen Abgrund blickt. So ist es ihr nicht zu verdenken, dass sie zu Beginn des Superwahljahres schon einmal die Halteseile spannt, die sie vor einem neuen „2013“ bewahren sollen. Sich selbst macht die Partei Mut mit der Parole, dass „Jamaika“ im November 2017 nicht an ihr oder an den Grünen gescheitert sei, sondern an einer verstockten Angela Merkel. Die Kanzlerin aber muss nun nicht mehr weg, sondern wird es bald sein.

          Wer an Merkels Stelle für die Unionsparteien das Wort führen sollte, so das zweite Signal, muss die Freien Demokraten nicht scheren – Hauptsache, man würde gebraucht, um Rot-Rot-Grün zu verhindern und gleichzeitig einem Bündnis von CDU/CSU und den Grünen zur Mehrheit zu verhelfen.

          In der Tat dürfte sich eine hohe Wahrscheinlichkeit von Schwarz-Grün als die einzige Machtoption für die FDP erweisen: Nur dann dürfte sie die Stimmen potentieller Unionswähler erhalten, die darauf setzen, dass es eine Partei geben muss, die gerade in der Nach-Pandemie-Zeit mehr auf den Markt und weniger auf den Staat setzt.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          „Schwarz-Grün ist kein Naturgesetz“

          Omid Nouripour : „Schwarz-Grün ist kein Naturgesetz“

          In Hessen und Frankfurt regieren die Grünen mit der CDU. Das muss nicht so bleiben, sagt der Grünen-Bundestagsabgeordnete Nouripour. Er warnt vor der Festlegung auf Schwarz-Grün und rechnet mit einem guten Ergebnis.

          Topmeldungen

          Vorbereitung einer Infusion.

          Künstliche Antikörper : Wer bekommt Spahns Covid-Prophylaxe?

          200.000 hochgradig gefährdete Bundesbürger sollen die „passive Impfung“ erhalten, für die die Regierung viel Geld in die Hand genommen hat. Die Antikörper helfen - allerdings nur vorbeugend, wenn die Infizierten noch nicht krank sind. Wer also bekommt sie?
          Das begehrte Gut: Eine Krankenschwester bereitet eine Impfung mit dem Biontech-Impfstoff vor.

          Hanks Welt : Vorfahrt für Geimpfte!

          Wer gegen die Seuche geimpft ist, sollte so schnell wie möglich wieder reisen, arbeiten und feiern dürfen. Alles andere wäre eine Kapitulation vor den Impfgegnern.
          Wohl dem, der zu Hause ein sonniges grünes Plätzchen hat. Eine Horizonterweiterung kann, mit dem richtigen Buch, auch dort stattfinden.

          Zukunft des Tourismus : Über Leben ohne Reisen

          Was passiert mit uns, wenn wir nicht reisen? Die Zukunftsforscher Horst Opaschowski und Matthias Horx über Langeweile, Horizonterweiterung und die Frage, wie unser Urlaub nach der Pandemie aussehen wird.
          BVB-Chef Hans-Joachim Watzke, hier 2018, blickt unsicheren Zeiten entgegen.

          Sorgen bei Borussia Dortmund : Dem BVB droht der Worst Case

          In der Tabelle der Fußball-Bundesliga rutscht Borussia Dortmund immer tiefer. Das könnte schwerwiegende Auswirkungen auf die Mannschaft und den gesamten Verein haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.