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FAZ.NET-Sprinter : Zwischen Schock, Zauber und Routine

Kerzen und Blumen vor dem Unglücksort in Münster am „Großen Kiepenkerl“ Bild: dpa

In Münster muss die schreckliche Amokfahrt erst noch verarbeitet werden. Bei der Deutschen Bank dagegen gibt es keine Zeit für Besinnlichkeit – es stehen turbulente Personalrochaden vor der Tür. Der FAZ.NET-Sprinter.

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          Münster – eine Stadt steht noch immer unter Schock. Nach und nach zeichnet sich ab, wer der mutmaßliche Täter Jens R. war, der am Samstag mit einem Kleinbus in eine Menschenmenge fuhr und zwei Menschen tötete sowie viele weitere zum Teil schwer verletzte. Unser NRW-Korrespondent Reiner Burger schildert, wie die Bürger versuchen, mit dem traumatischen Erlebnis umzugehen. Einen islamistischen Hintergrund der Tat konnten die Ermittler trotz der augenscheinlichen Parallelen zum Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt rasch ausschließen. Dafür haben die Behörden in Berlin womöglich einen Anschlag auf den Halbmarathon am Sonntag in Berlin verhindert. Es sind schreckliche Nachrichten, an die man sich fast schon gewöhnt hat.

          Ebenfalls zur Routine sind die Personalrochaden bei der Deutschen Bank geworden. Das einzige Vorzeigeinstitut des Landes bekommt – wieder mal – eine neue Spitze. Der bisherige Vorstandsvorsitzende John Cryan muss nach nur drei Jahren an der Spitze schon wieder gehen, das hat der Aufsichtsrat am Sonntag beschlossen. Zum Nachfolger ernannten die Kontrolleure den bisherigen Privat- und Firmenkundenvorstand Christian Sewing. Dass diesem neuerlichen Neuanfang unter der Verantwortung von Aufsichtsratschef Paul Achleitner längst kein Zauber mehr innewohnt, kommentiert Finanzressortchef Gerald Braunberger. Damit die Deutsche Bank endlich wieder auf die Beine kommt, muss viel mehr geschehen.

          In Ungarn strömten die am Sonntag die Massen zur Parlamentswahl, sodass die Wahllokale länger geöffnet blieben und das vorläufige Ergebnis erst gegen Mitternacht bekannt gegeben wurde. Klar ist nun: Premierminister Viktor Orbán kann trotz hoher Wahlbeteiligung gestärkt in seine vierte Amtszeit gehen – den Prognosen zufolge wird seine Partei ihre Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament verteidigen. Die Verhandlungen in Brüssel über die Flüchtlingspolitik sowie den Streit über die ungarische Rechtspolitik dürfte das nicht leichter machen. An diesem Montag versucht EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermanns schon in Warschau, eine Lösung im Streit über die polnischen Justizreformen zu finden. Die EU ringt um ihre Geschlossenheit.

          Und sonst: Die Europäische Union hält den Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Ost-Ghouta für glaubwürdig. Nun gerät Frankreich unter Druck. Paris hatte einen zweiten Einsatz von Chemiewaffen in Syrien als „rote Linie“ bezeichnet und mit Vergeltungsschlägen gedroht. Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian kündigte bereits an, dass Frankreich „seine Pflicht tun“ werde. Zunächst wurde allerdings erst einmal eine Dringlichkeitssitzung im UN-Sicherheitsrat beantragt. Dann hat Frankreich noch einen besonderen Gast: Kronprinz Mohammed bin Salman aus Saudi-Arabien ist zu Besuch. Bundesratspräsident Michael Müller ist in Jordanien, der Deutschen Bank droht noch mehr Ungemach: In London beginnt ein Prozess zu Zinsmanipulation gegen frühere und aktuelle Mitarbeiter. Es geht um den Euro-Referenzzinssatz „Euribor“.

          Die Nacht in Kürze

          Syrische Staatsmedien berichteten in der Nacht von Angriffen auf einen Flugplatz. Zunächst machte man Amerika verantwortlich, doch das Pentagon dementierte.

          Die EU-Kommission will Sammelklagen gegen Unternehmen zulassen, die Verbraucherrechte verletzen Auch soll es höhere Strafen als bisher geben.

          Das Innenministerium stellt sich hinter Forderungen des Zentralrats der Juden: Wer als Migrant antisemitische Gewalttaten begeht, soll schneller ausgewiesen werden.

          Patrick Reed gewinnt das Golf-Masters in Augusta. Noch nie hatte der Amerikaner einen Major-Titel gewonnen.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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