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FAZ.NET-Sprinter : SPD ohne Haltung, Huhn mit Smartwatch

  • -Aktualisiert am

Ein Sozialdemokrat mit klarer Haltung gegenüber Putin: Gerhard Schröder (rechts) Bild: dpa

Putin bringt die SPD in Erklärungsnot, während den deutschen Bauern die Zukunft blüht. Um welchen Millionenstreit es heute auch noch geht, steht im Sprinter.

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          Wie halten Sie es denn eigentlich mit Russland - mit dem Land im Allgemeinen und mit Putin im Besonderen? Okay, einen müden Geist am frühen Morgen kann diese Frage ein wenig überfordern. Aber von einer Regierungspartei darf man eigentlich erwarten, dass sie eine klare Antwort auf diese Frage hat. Die SPD erfüllt diese Hoffnung nur bedingt. Nach längerer Diskussion ließ der Vorstand der Außenminister-Partei mitteilen, dass sie sich mehr Dialog wünsche mit dem Kreml. Für Deutschlands obersten Diplomaten war das ein „solidarischer Rüffel“, wie Berthold Kohler kommentiert. Schließlich hatte der bisher einen etwas härteren Ton angeschlagen. Und ob ein Mehr an Dialog Putin in Zukunft davon abhält, Halbinseln zu besetzen, Demokratie zu unterdrücken und dem Westen einen Cyberkrieg aufzuzwingen, darf bezweifelt werden.

          Falls Putin demnächst wieder Hacker auf Deutschlands Datenautobahn schickt, können die vielleicht auch Ausfahrten in den ländlichen Raum nehmen. Denn die Künstliche Intelligenz soll bald nicht mehr vor Weide, Stall und Melkstand Halt machen. Vom Stand der bäuerlichen Digitalisierung macht sich Julia Klöckner heute persönlich ein Bild. Auf dem Kauerhof in Argenthal, Rheinland-Pfalz. Wir sind gespannt, ob die Landwirtschaftsministerin dort Hühner mit Smartwatches und Schweinchen mit Fitness-Apps trifft. Ein Navigationsgerät hätte immerhin der Kuh geholfen, die sich gestern in Bayern auf ein Baugerüst verirrt hat. Aber das nur am Rande.

          Noch aus weitgehend vor-digitalen Zeiten rührt der Streit, den heute das Oberlandesgericht Köln schlichten soll. Dort will Maike Kohl-Richter erreichen, dass ihr die Entschädigung in Millionenhöhe zusteht, die ihr verstorbener Mann einst gegen den Kanzler-Biografen Heribert Schwan erstritten hatte. Es ging um unautorisierte Zitate von den legendären Tonbändern, die in Oggersheim zunächst in aller Eintracht entstanden waren. Von Kohl hätte man wenigstens eine wirklich klare Haltung gegenüber Russland erwarten können.

          Und sonst: Gedenkt Deutschland heute dem rechtsextremistisch motivierten Brandanschlag auf ein Wohnhaus in Solingen vor 25 Jahren. Streiken Bahner in Frankreich mal wieder, um gegen eine Reform zu protestieren. Geht die chaotische Regierungsbildung in Italien weiter. Hoffentlich.

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