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FAZ.NET-Sprinter : Nicht jeder Hausfrau wird vertraut

  • -Aktualisiert am

Merkel legt vor Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ihren Amtseid ab. Bild: Reuters

Einmal quer durch das politische und wirtschaftliche Deutschland in weniger als vier Stunden? Das geht deutlich schneller! Die neue Bundesregierung ist im Amt – es ist also an der Zeit, etwas Neues anzufangen.

          Politik und Wirtschaft pflegen eine Hassliebe zueinander. An den Reaktionen auf den Koalitionsvertrag konnte man es wieder erkennen: Denn ausgeben und umverteilen kann man nur das, was die Wirtschaft zuvor verdient, wozu unser Berliner Wirtschaftskorrespondent und Haushaltsfachmann Manfred Schäfers das Wichtigste aufgeschrieben hat. Aber wie bleiben die Unternehmen wettbewerbsfähig? Und wie wird das Leben „gerechter“? Darauf müssen Politik und Wirtschaft gemeinsam eine Antwort geben. Sie nehmen aufeinander Einfluss, ärgern sich übereinander – und schreiten im Idealfall doch gemeinsam voran. In Deutschland funktioniert das seit Jahrzehnten im Saldo gut, auch wenn über zu viel Paternalismus und Regulierungswut des Staates, über die Steuern oder die Geldpolitik gestritten wird. Aber Streit ist ja – wenn er nicht verletzend wird – das Salz in der Suppe. 

          Die Politik, dafür steht in Deutschland Berlin. Das Geld und die Wirtschaft, dafür steht Frankfurt. Zwischen beiden Städten pendelt der „Sprinter“, ein ICE der Deutschen Bahn, der besonders zügig durch Deutschland fährt: Jeden Morgen um 5.58 Uhr ab Frankfurt und um 6.02 in die Gegenrichtung ab Berlin. Weniger als vier Stunden später ist man am Ziel. Was wäre also naheliegender, als am Tag nach der Bildung der neuen Regierung, den die drei Berliner Politik-Korrespondenten Günter Bannas, Peter Carstens und Majid Sattar eindrucksvoll beschreiben, auch selbst etwas Neues anzufangen? Einen gemeinsamen Newsletter der Politik- und Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der zu Ihrer schnellen Information nun ebenfalls „Sprinter“ heißt.

          Sprinter – der politische Newsletter der F.A.Z.
          Sprinter – der Newsletter der F.A.Z. am Morgen

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          Unser „Sprinter“ verbindet das Beste, was Sie aus den Vorgänger-Newslettern „Countdown“ und „Agenda“ kennen. Vorsicht also bei der Abfahrt, heute besonders schnell, quer durch die Heimat, die die Koalition wieder für sich entdeckt hat: Vertrauen? Erneuerung? Ja, das wollen die Menschen wieder spüren, nur hat kaum noch jemand die Erwartung, dass das einer weiteren sogenannten großen Koalition noch gelingen wird. Ganz bestimmt wird es der letzte Versuch mit Angela Merkel als Bundeskanzlerin sein. Der für die Politik zuständige Herausgeber Berthold Kohler läutet die letzte Amtszeit der schwäbischen Hausfrau ein. Begleiten werden sie dabei auch zahlreiche Langzeitarbeitslose, und damit vielleicht die Gruppe, die am meisten Vertrauen verloren hat. Doch: Was Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag zu ihrer Hilfe präsentieren, gibt wenig Anlass zur Hoffnung. Möglicherweise sind die Pläne sogar kontraproduktiv, schreibt Wirtschaftsredakteurin Britta Beeger in ihrem Leitartikel.

          Und sonst: Heute werden die soeben vereidigten Minister in ihre Ämter eingeführt. Spannend wird es sogleich für den neuen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf dem deutschen Pflegetag. War die Pflege doch das einzige Thema, das im müden Wahlkampf (erinnern Sie sich noch?) für ein wenig Feuer gesorgt hat. Außerdem hat Spahn es gewagt zu sagen, dass in Deutschland Hartz IV nicht Armut bedeute. Andere sehen das anders. Eine Frau aus Karlsruhe hat eine Online-Petition gestartet, Spahn möge doch bitte mal einen Monat lang von Hartz-IV leben. Im Internet kann man sehen, wie das im Sekundentakt unterschrieben wird. Die Regierung übernimmt ein im Wohlstand gespaltenes Land, dessen Wirtschaft den Zwängen einer globalisierten Welt unterliegt.

          Die Nacht in Kürze

          Trumps künftiger Wirtschaftsberater Larry Kudlow hat einen ersten Vorgeschmack auf seine Vorstellungen von „gerechtem“ Handel gegeben. Eigentlich ein Anhänger des Freihandels, kritisiert Kudlow die Handelspolitik von EU und China. Strafzölle, wie von Präsident Trump angedacht, würden nicht schaden – zumindest nicht Amerikas Wirtschaft.

          Im Konflikt zwischen Großbritannien und Russland um den Giftgasanschlag auf den ehemaligen Agenten Skripal hat sich Washington unterdessen demonstrativ auf die Seite Londons gestellt. Premierministerin May denkt bereits über schärfere Maßnahmen gegen Moskau nach.

          In Deutschland bleibt das Thema private Altersvorsorge im Fokus. Das System der Riester-Verträge scheint keine Lösung. Einem aktuellen Bericht zufolge ruht derzeit jeder fünfte Vertrag, spricht: Es gehen keine Zahlungen mehr ein.

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          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

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