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FAZ.NET-Spezial 20.Juli : Das Attentat

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Bei den Feierlichkeiten zum 20. Juli hat Bundeskanzler Gerhard Schröder den Widerstand gegen die Nazi-Diktatur als „großartiges Vermächtnis“ gewürdigt. FAZ.NET-Spezial zum Attentatsversuch auf Adolf Hitler vor 60 Jahren.

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          Selbst wenn das Attentat geglückt, der Staatsstreich gelungen wäre: Die Männer des 20. Juli konnten nicht einmal damit rechnen, daß die Alliierten mit ihnen verhandelt hätten.

          Allerdings maßen Amerika und Britannien die Glaubwürdigkeit des deutschen Widerstandes an dessen Handeln; der britische Außenminister Eden brachte das am 8. Mai 1942 - genau drei Jahre vor dem totalen Zusammenbruch des „Dritten Reiches" - unmißverständlich und öffentlich zum Ausdruck:

          „Je länger das deutsche Volk die Unterstützung und Tolerierung eines Regimes fortsetzt, das es in die Zerstörung führt, desto schwerer wiegt seine eigene direkte Verantwortung für den der Welt zugefügten Schaden. Wenn irgendeine Gruppe im deutschen Volk wirklich zu einem Staatswesen zurückkehren möchte, das auf der Achtung vor dem Gesetz und den Rechten des einzelnen gegründet ist, dann muß sie verstehen, daß niemand ihr glauben wird, bis sie aktive Schritte unternommen hat, um sich vom derzeitigen Regime zu befreien."

          Ohne verbindliche Versprechen der Alliierten

          Demgegenüber bemühten sich die "Außenpolitiker" unter den deutschen Hitler-Gegnern bei ihren Geheimkontakten über Jahre hinweg um das Verständnis und die Unterstützung des Auslands in Form konkreter Zusagen an eine Nach-Hitler-Regierung. Solcher Zusagen bedurfte es aus der Sicht der Regimegegner, damit die behäbigen Oberbefehlshaber überhaupt für einen Staatsstreich zu erwärmen waren, weil denen nur durch einen "Preis" der Bruch des - immer wieder als Vorwand vorgeschobenen - Eides auf Hitler akzeptabel erschien.

          Die Anfang 1943 in Casablanca verkündete Formel von der „bedingungslosen Kapitulation" machte jede Aussicht auf einen Kompromißfrieden zunichte. Allerdings hieße das keineswegs - so Churchill am 22. Februar 1944 -, daß das deutsche Volk "versklavt oder vernichtet" würde. Ohne verbindliche Versprechen der Alliierten und bei desaströser militärischer Lage zündete Claus Schenk Graf von Stauffenberg dann am 20. Juli im "Führerhauptquartier" die Bombe.

          Unpopulärer Umsturzversuch

          Denn sein diplomatischer Berater Adam von Trott zu Solz hatte die Verschwörer wenige Tage zuvor in der von Generalmajor Henning von Tresckow geforderten Grundannahme bestätigt, daß es für das Ansehen und die Zukunft Deutschlands in Europa jetzt nur noch auf den Versuch ankomme, dem offenkundig bedingungslosen Gehorsam der meisten Deutschen gegenüber ihrem "Führer" sichtbar etwas entgegenzusetzen.

          Anfang der fünfziger Jahre stand insbesondere der tragisch gescheiterte militärische Widerstand gegen Hitler in der Bonner Republik in jenem Spannungsverhältnis zu all den "Eidhaltern", die jene wenigen "Eidbrecher" nicht nur als Hochverräter, sondern wegen ihrer Kontakte zu den Alliierten wider besseres Wissen als Landesverräter "im Solde des Auslands" beschimpften. Für den Großteil der Deutschen war der Umsturzversuch unpopulär geblieben.

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