https://www.faz.net/-gpf-94auu
 

FAZ.NET-Countdown : Afrikas Schicksal, Europas Beitrag

  • -Aktualisiert am

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Auftakt des EU-Afrika-Gipfels in Abidjan. Bild: HANDOUT/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Während sich in Abidjan die europäischen Staats- und Regierungschef um die Zukunft des afrikanischen Kontinents sorgen, sorgt sich Horst Seehofer weiter um die eigene. Doch nicht alle Jobs sind so umkämpft wie jene an der CSU-Spitze.

          Untypisch, aber: Heute geht der Blick des Countdown einmal zur Elfenbeinküste. Dort endet am Mittag in Abidjan der EU-Afrika-Gipfel, zu dem auch Angela Merkel, der französische Staatschef Emmanuel Macron und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker angereist sind. Themen des Gipfels: unter anderem Jugend und Migration.

          In Afrika leben derzeit 1,2 Milliarden Menschen, 60 Prozent von ihnen jünger als 25 Jahre. Nach Schätzungen der Afrikanischen Union sind knapp ein Drittel der Jugendlichen arbeitslos. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass sich die Gesamtbevölkerung bis zum Jahr 2050 verdoppeln wird. Allein in diesem Jahr sind schon mehr als 137.000 Menschen vor Armut, Perspektivlosigkeit und Krieg über Nordafrika nach Europa geflüchtet. Zu Beginn des Gipfels hatten Berichte über Sklavenhandel in Libyen, wo Migranten an nordafrikanische Käufer versteigert werden sollen, für Entsetzen gesorgt. Keine Frage: Dieser Tage geht es nicht nur um Afrikas Zukunft, sondern auch um Europas Wirtschaft, Sicherheit und nicht zuletzt Menschlichkeit.

          Sprinter – der politische Newsletter der F.A.Z.
          Sprinter – der Newsletter der F.A.Z. am Morgen

          Starten Sie den Tag mit diesem Überblick über die wichtigsten Themen. Eingeordnet und kommentiert von unseren Autoren.

          Mehr erfahren

          Der Gipfel soll der Beginn einer neuen Art der Zusammenarbeit sein – mit dem Ziel einer „gleichberechtigten Partnerschaft", wie EU-Kommissionspräsident Juncker sagte. Und auch Emmanuel Macron strebt eine neue, faire Partnerschaft mit Afrika an, wie er bei einer Rede in Ougadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, erklärte. Doch ob der Gipfel viel bewirken wird? Das darf bezweifelt werden. Die Situation auf dem Kontinent lässt sich nur langsam, Schritt für Schritt ändern. Zu den wichtigsten dürfte fairer Handel, eine bessere Infrastruktur, Rechtsstaatlichkeit und der Kampf gegen Korruption gehören. Doch dazu ist – wie so oft bei derartigen Gipfeln – wenig Konkretes zu erwarten. Dennoch: Das Schicksal Afrikas ist eng mit dem Europas verbunden.

          Was sonst noch wichtig wird

          In Berlin geht die Regierungsfindung weiter. Am Abend trifft sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit den Vorsitzenden von CDU, CSU und SPD – diesmal zu einem gemeinsamen Gespräch. Außerdem empfängt er die Fraktionsspitze der AfD. Spannender als der Reigen im Bundespräsidialamt dürfte aber der Machtkampf innerhalb der CSU sein. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, will sich nun auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann um die Spitzenkandidatur zur Landtagswahl 2018 bewerben. Damit zeichnet sich für Montag eine Kampfabstimmung in der Landtagsfraktion zwischen Herrmann und Söder ab. Ein weiterer „Tag der Wahrheit“ im langen Abschied von Seehofer, wie mein Kollege Albert Schäffer schreibt.

          In Straßburg verkündet der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte seine Entscheidung zur Abschiebung eines islamistischen Gefährders aus Bremen nach Russland. Die deutschen Behörden hatten die Abschiebung des 18-Jährigen angeordnet, dem sie einen terroristischen Anschlag zutrauen. Er jedoch ist der Meinung, dass ihm in der russischen Heimat Folter und Gefangenschaft drohen. Das Bundesverfassungsgericht hatte keine verfassungsrechtlichen Bedenken.

          Die gute Nachricht

          Zumindest für Arbeitnehmer: Derzeit gibt es so viele offene Stellen wie selten zuvor. Besonders Handel und Industrie suchen Arbeitskräfte. Am stärksten gestiegen ist der Bedarf bei Unternehmensberatern, Werbeagenturen, Architekten, Maklern und IT-Dienstleistern. Des einen Freud ist wie so oft des anderen Leid. Deutsche Unternehmen brauchen mittlerweile mit 100 Tagen doppelt so lange wie 2010, um freie Stellen zu besetzen. Heute stellt die Bundesagentur für Arbeit die Arbeitslosenzahlen für November vor. Experten rechnen mit weiter sinkenden Zahlen.

          Abonnieren Sie hier den kostenfreien politischen und wirtschaftlichen Newsletter F.A.Z. Sprinter. Der kompakte Überblick über alles, was am Tag wichtig wird. Immer werktags um 6.30 Uhr.

          Weitere Themen

          Scheuer eröffnet Teststrecke für vernetztes Fahren Video-Seite öffnen

          DAI-Labor der TU Berlin : Scheuer eröffnet Teststrecke für vernetztes Fahren

          Bei der Einweihung des Testgeländes sprach Scheuer auch über die anstehende Klimadebatte im Bundestag. Auch hierbei soll die Über 100 Sensoren entlang der Strecke erfassen unter anderem das Wetter, den Verkehr, die Parksituation und die Umweltbelastung.

          Topmeldungen

          Signale des Bewusstseins, im Computer rekonstruiert: links ein fast bewusstloser Komapatient, rechts ein Gesunder, in der Mitte ein Komapatient mit Bewusstsein.

          Wegen Fehlverhaltens : Urteil gegen den Primus der Hirnforschung

          Der weltbekannte Hirnforscher Niels Birbaumer behauptet, Locked-In-Patienten wieder kommunikationsfähig zu machen. Jetzt hat ihn die DFG wegen Fehlverhaltens verurteilt. Er will trotzdem weitermachen.

          Europa League im Liveticker : Frankfurt geht volles Risiko

          Gegen den FC Arsenal legt die Eintracht von Beginn an mutig los. Bernd Leno indes steht bei den Engländern überraschend nicht im Tor. Wer setzt sich am Ende durch? Verfolgen Sie die Spiele im Liveticker.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.