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Kommentar : Problemzone Sachsen

Teilnehmer einer Demonstration in Chemnitz, in deren Verlauf es zu Hetzjagden auf Ausländer kam Bild: dpa

Auch die jüngste Menschenjagd auf Ausländer zeigt: Sachsen ist Deutschlands Problemzone. Oft wird die Situation als eine bloß lokale Infektion oder Psychose gedeutet. Die wahren Ursachen werden unterschätzt.

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          In einer Großstadt geraten am Rande eines Volksfests mehrere Männer in Streit. Einer wird tödlich verletzt, zwei Begleiter schwer. Die Polizei fasst die Tatverdächtigen, einer stammt aus Syrien, der zweite aus dem Irak. Polizei und Staatsanwaltschaft arbeiten rasch und effizient. So könnte es in vielen Städten geschehen.

          Doch was seit Sonntag in Chemnitz passiert, ist ungewöhnlich. Viele denken inzwischen: typisch Sachsen. Keiner kennt den Tathergang, dennoch ist schnell eine wütende Spontandemo von AfD und Fußball-Hooligans organisiert. Daraus ergibt sich eine Menschenjagd auf Ausländer und ausländisch Aussehende. Selbst am nächsten Tag bleibt die unterbesetzte sächsische Polizei in der Defensive, statt die Macht des Rechtsstaats zu demonstrieren. Auch das kennt man schon. So passt wieder alles zusammen.

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