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Fall Skripal : Russland weist vier deutsche Diplomaten aus

  • Aktualisiert am

Ein Mann mit Koffer verlässt am Samstag die deutsche Botschaft in Moskau. Bild: EPA

Moskau schlägt zurück: Im diplomatischen Streit mit dem Westen bestellt das Außenministerium den deutschen Botschafter und andere Vertreter der EU ein. Zahlreiche Diplomaten müssen das Land verlassen. Die ersten packen schon ihre Koffer.

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          Russland hat im Streit mit dem Westen um den vergifteten früheren Doppelagenten Sergej Skripal zahlreiche Diplomaten aus EU-Ländern ausgewiesen. Der Kreml wies in seiner Reaktion auf westliche Sanktionen auch vier Angehörige der deutschen Botschaft aus. Das teilte das Auswärtige Amt in Berlin am Freitag mit.

          Moskau habe den Botschaftern jeweils eine Protestnote überreicht, in der die Gegenmaßnahmen mitgeteilt worden seien. Die Sanktionen seien die Antwort auf die Ausweisungen russischer Diplomaten, die „unfreundschaftliche Handlungen gegenüber Russland“ seien, teilte das russische Außenministerium am Freitag weiter mit. „Es bleibt Deutschlands Interesse, ein gutes Verhältnis mit Russland zu haben. Wir bleiben offen für den Dialog“, sagte der deutsche Botschafter Rüdiger von Fritsch nach dem Termin im russischen Außenministerium, ohne genaue Angaben zu dem Gespräch zu machen.

          Klarheit und Transparenz

          Er habe auch die Gelegenheit genutzt, Russland zur Zusammenarbeit bei der Aufklärung des Giftanschlags aufzurufen. „Angesichts der schlimmen Vorfälle von Salisbury ist es an der russischen Regierung, alles zu unternehmen, Klarheit und Transparenz zu schaffen und berechtigte offene Fragen zu beantworten“, sagte der Botschafter. Auch andere Botschafter wurden einbestellt.

          Die britische Vertretung habe einen Monat Zeit, um die Zahl der Mitarbeiter zu reduzieren, hieß es aus Moskau. Sie solle dann der Zahl der russischen Botschaftsmitarbeiter in London entsprechen. Polen muss nach Angaben aus Warschau binnen einer Woche vier Diplomaten abziehen, Finnland und Lettland verlieren den jeweiligen Außenministerien zufolge je einen Diplomaten in Moskau. Drei litauische und jeweils zwei italienische sowie niederländische Diplomaten müssen ebenfalls gehen.

          Der Schlagabtausch ist Teil des Konfliktes um den vergifteten früheren russischen Agenten Skripal und seiner Tochter Julia in Großbritannien. Die britischen Ermittler gehen davon aus, dass beide mit dem in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet wurden. London bezichtigt daher den Kreml als Drahtzieher des Anschlags. Moskau weist diese Anschuldigungen vehement zurück.

          Russland sei zu der diplomatischen Reaktion gezwungen gewesen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in einem Interview. „Wir haben den diplomatischen Krieg nicht begonnen.“ Russland bleibe aber weiterhin offen für gute Beziehungen zu den Ländern, sagte Peskow.

          Moskau reagierte auf die Entscheidung von rund 25 Staaten sowie der Nato, mehr als 140 russische Diplomaten des Landes zu verweisen. Auch Deutschland hatte vier Russen zu unerwünschten Personen erklärt. Der Kreml hatte bereits angekündigt, dass es ähnliche Maßnahmen geben werden. Am Donnerstagabend hatte Russland bereits die Ausweisung von 60 amerikanischen Diplomaten und die Schließung des Konsulats in St. Petersburg angekündigt. Bereits wenige Stunden später begannen Mitarbeiter, das Konsulat zu räumen.

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