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F.A.Z.-Interview : Julija Timoschenko warnt vor Krieg in Europa

Bild: Alexander Tetschinski

Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin hat die Annexion der Krim durch Russland mit der Aggression Adolf Hitlers gegen die Tschechoslowakei im Jahr 1938 verglichen. Werde Putin nicht gestoppt, könnten „Hunderttausende sterben“, sagt sie der F.A.Z.

          Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julija Timoschenko hat im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor den Gefahren gewarnt, die vom russischen Truppenaufmarsch an den Grenzen der Ukraine für den Frieden Europas ausgehen. Timoschenko verglich die Annexion der Krim durch Russland unter Präsident Wladimir Putin mit der Aggression Adolf Hitlers gegen die Tschechoslowakei im Jahr 1938. Die Demokratische Welt müsse daraus ihre Schlüsse ziehen und rechtzeitig „finanzielle und wirtschaftliche Sanktionen“ verhängen. „Die Überlassung des Sudetenlands hat Hitler nicht gestoppt,“ sagte Timoschenko. „Wer dem Aggressor alles gibt, was er will, wird ihn nicht aufhalten.“

          Konrad Schuller

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Putin verfolge einen „Plan zur Neuaufteilung der Welt“ und zur „Schaffung eines neuen Imperiums“. Die militärische Aggression, die Putin vom Zaum gebrochen habe, werde mit dem Vormarsch auf das Territorium der Krim nicht aufhören. „Er wird weitermachen – so weit, wie die  internationale Gemeinschaft und das Volk der Ukraine ihm das erlauben werden.“ Timoschenko sagte, sie sei überzeugt, dass Putins Streben „in einer militärischen Aggression gegen die Kontinentalukraine enden wird, um eine Landbrücke zwischen der Krim, Transnistrien, Moldau und der Südostukraine zu schaffen.“

          „Eine Katastrophe für die ganze Welt“

          Die ukrainische Präsidentschaftskandidatin sagte der F.A.Z. weiter, dass die Europäische Union und die Vereinigten Staaten nicht genug getan hätten, um den Kreml zu stoppen. Sie verlangte, die Sanktionen gegen Moskau „schrittweise“ zu intensivieren. „Wenn die Weltgemeinschaft heute auf die Annexion der Krim nicht reagiert, wird das sehr ernste Folgen für die Stabilität der Welt haben.“

          Timoschenko sagte, jeder Ukrainer sei heute bereit, „die Grenzen der Kontinentalukraine mit der Waffe in der Hand zu schützen“. Wenn Putin die Grenze zur kontinentalen Ukraine militärisch überschreite, „wird die Ukraine sich militärisch verteidigen“. Werde das Problem auf diplomatischem Wege nicht gelöst, „werden Hunderttausende sterben. Wenn in Europa ein neuer Krieg beginnt, wird das eine Katastrophe für die ganze Welt.“

          Wie eine Filmkulisse

          Am Sonntagabend erschien Julija Timoschenko zum Interview mit der F.A.Z. im üppig wie eine Filmkulisse ausgestatteten Fin-de-Siécle-Salon ihres Empfangstrakts im Kiewer Parteihauptquartier. Begleitet wurde sie von ihrer Tochter Jewgenija, die in den Jahren der Haft ihre engste Vertraute geworden ist. Sie trug zum Gehstock, der ihr Begleiter ist, seit sie im Gefängnis einen Bandscheibenvorfall erlitten hat, kostbare Schuhe von atemberaubender Absatzhöhe. Das vollständige Interview lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Dienstag - oder schon ab Montag um 20 Uhr im e-Paper.

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