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AfD und die Linke : Wem sie vertrauen

Die Extreme haben einiges gemeinsam, beispielsweise ihre Begeisterung für Putin. Kein Wunder, dass bei Landtagswahlen ein reger Wähleraustausch zwischen den Lagern stattfindet.

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          Dass die Extreme sich berühren, zeigt sich immer wieder. So fand bei vergangenen Landtagswahlen ein reger Austausch statt zwischen Linkspartei und AfD: Wähler der Linken wechselten in großer Zahl zur deutschnationalen Konkurrenz. Ist auch kein Wunder. Auf vielen Feldern liegen die beiden Parteien und ihre Anhänger nahe beieinander, etwa in der Ablehnung von EU, Nato, Amerika und natürlich von TTIP, dem angeblichen amerikanischen Unterjochungsprojekt.

          Umso begeisterter sind sie vom russischen Präsidenten. Satte 31 Prozent der Anhänger der Linken und stolze 30 Prozent der AfD-Anhänger trauen Putin mehr als der Bundeskanzlerin. Seine Kriegspolitik gegen die Ukraine, der große Krim-Raub und sein Starker-Mann-Gehabe scheint diese Leute nicht zu stören, im Gegenteil, es zieht sie an.

          Sie bilden auch die Milieus, über die Russland seine antiwestliche Propaganda einsickern lässt. Unter Anhängern der Altparteien und der Grünen ist die Putin-Begeisterung dagegen minimal. Bei denen genießt der russische Präsident keinen Vertrauensvorschuss. Zu Recht.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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