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Ehemaliger Papst-Sprecher : Joaquin Navarro-Valls gestorben

  • Aktualisiert am

Joaquin Navarro-Valls 1936-2017 Bild: AP

22 Jahre war Joaquin Navarro-Valls Sprecher des Vatikans und verfügte über einen direkten Kontakt zu Papst Johannes Paul II. Er revolutionierte das Amt und sorgte für einen Qualitätssprung.

          Nach langer Krankheit ist der frühere Papst-Sprecher Joaquin Navarro-Valls mit 80 Jahren in Rom gestorben. Das schrieb der jetzige Vatikan-Sprecher Greg Burke am Mittwochabend im Kurznachrichtendienst Twitter. Eine Trauerfeier soll am Freitag stattfinden, wie der Vatikan am Donnerstag mitteilte. Navarro-Valls war von 1984 bis 2006 Direktor des Pressebüros des Heiligen Stuhls, also fast während des gesamten Pontifikats von Johannes Paul II. (1978-2005).

          Burke beschrieb Navarro-Valls als Mann des Glaubens, der gleichzeitig ein Vollprofi auf dem Gebiet des Journalismus gewesen sei, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Auch Navarro-Valls’ direkter Nachfolger Federico Lombardi würdigte den studierten Mediziner, Psychologen und Journalisten. „Für ihn war es von Anfang klar, dass es unabdingbar ist, als Vatikanmitarbeiter einen direkten Draht zum Papst zu haben“, sagte Lombardi Radio Vatikan. „Auf diese Weise war es für ihn klar, wie der Heilige Vater über das denkt, was er als Sprecher den Medien erläutern musste, und sich nicht einfach auf Gerüchte zu stützen.“

          Der Spanier pflegte seit seiner überraschenden Berufung im November 1984 ein enges Verhältnis zu Johannes Paul II.. Fortan modernisierte er den Informationsfluss des Vatikans und erarbeitete sich einen guten Ruf, galt als professionell und allseits respektiert. Der Tod von Johannes Paul II. bewegte Navarro-Valls zu der Entscheidung, das Amt hinter sich zu lassen. 2006 kam Benedikt XVI. der Bitte nach. Navarro-Valls hatte Joseph Ratzinger im ersten Jahr seines Pontifikats begleitet.

          Der Generalsekretär der spanischen Bischofkonferenz (CEE), José María Gil Tamayo, würdigte den Mann aus dem spanischen Cartagena als einen „Revolutionär“. Navarro-Valls habe für einen „Qualitätssprung“ in der Kommunikation des Vatikans gesorgt. „Er hat eine Sprache benutzt, die die Menschen verstanden haben“, sagte Gil Tamayo dem Fernsehsender 13tv. Dem Image von Johannes Paul II. habe er dadurch „Authentizität“ verliehen.

          Navarro-Valls war Anhänger der konservativen katholischen Glaubensgemeinschafts Opus Dei, die ihm den Weg gezeigt habe, aus seinem beruflichen und seinem religiösen Leben eine Einheit zu machen, wie der Spanier einmal sagte.

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