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Ex-Bundespräsident blickt zurück : Wulff: Mein Rücktritt war falsch

  • Aktualisiert am

Christian Wulff und seine Sicht der Dinge Bild: Lüdecke, Matthias

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff sieht sich als Opfer einer öffentlichen Vorverurteilung. Er glaubt, dass er „auch heute der Richtige in dem Amt“ wäre.

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          Der frühere Bundespräsident Christian Wulff (CDU) hat versichert, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe zu Beginn des Jahres 2012 keinen „Druck“ auf ihn ausgeübt, vom Amt des Staatsoberhauptes zurückzutreten. Wulff sagte bei der Vorstellung seines Buches „Ganz oben. Ganz unten“ am Dienstag in Berlin, Merkel habe seinen Rücktritt damals „zur Kenntnis“ genommen.

          Das Buch wurde erst nach Ende der Pressekonferenz des Verlages verteilt. Es hatte keine vorab veröffentlichten Auszüge gegeben. Wulff erhob Vorwürfe gegen einige Medien – vor allem gegen den Springer-Verlag und die „Bild“-Zeitung. Er stellte sich als Opfer einer öffentlichen Vorverurteilung dar, auch wenn er eigene Fehler eingestand. Zu diesen zählte er Urlaubsreisen in Feriendomizile befreundeter Unternehmer. Doch seien sämtliche strafrechtliche Vorwürfe gegen ihn ausgeräumt worden. Er wolle mit dem Buch dazu beitragen, dass über ein Zusammenspiel von Justiz und Medien diskutiert werde.

          „Ich wäre auch heute der Richtige“

          Wulff sagte zunächst: „Der Rücktritt war falsch. Und ich wäre auch heute der Richtige in dem Amt.“ Im Laufe der Veranstaltung korrigierte er das. Nach der Aufnahme von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen ihn habe er als Bundespräsident zurücktreten müssen.

          Wulff rechnet in seinem autobiografischen Buch mit Vertretern von Justiz und Medien ab. Vor seinem Rücktritt 2012 hätten Justiz und Medien einander die Bälle zugespielt und gegen das Prinzip der Gewaltenteilung verstoßen, sagte Wulff. Darin liege eine ernste Gefahr für die Demokratie in Deutschland. Die Staatsanwaltschaft Hannover habe mit leeren Händen dagestanden und sich hochproblematisch verhalten. Und die an diesem Donnerstag auslaufende Frist für eine Revision nach dem Freispruch schöpfe sie bis zum letzten Tag aus.

          Wulff betonte, er habe sich stets rechtlich korrekt verhalten. Sein Freispruch sei auch ohne Wenn und Aber erfolgt. Sein im Verlag C.H.Beck erschienenes Buch will er aber nicht als Abrechnung verstanden wissen: „Ich schildere, wie sich die Affäre aus meiner Sicht darstellt.“

          Wulff war am 17. Februar 2012 nach 598 Tagen infolge der Affäre um die angebliche Annahme von Vorteilen als bislang jüngster Bundespräsident zurückgetreten. Das Landgericht Hannover hatte den heute 54 Jahre alten Wulff Ende Februar vom Vorwurf der Vorteilsannahme in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident freigesprochen.

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