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Evangelische Kirche : Beckstein zieht Kandidatur als EKD-Präses zurück

Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein Bild: dpa

Der ehemalige CSU-Politiker Günter Beckstein ist in zwei Wahlgängen unterlegen. Als Gegenkandidatin wurde kurzfristig die kaum bekannte frühere Richterin Brigitte Böhme nominiert.

          In der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist es am Sonntag zu einem zum Teil kirchenpolitisch motivierten Konflikt über die Besetzung des Amtes des Synodenpräses gekommen. Bei der diesjährigen Tagung in Düsseldorf konnte der frühere bayerische Ministerpräsident und bisherige Vizepräses des Kirchenparlaments Günther Beckstein (CSU) bei der Wahl des höchsten Laienamts im deutschen Protestantismus nicht die notwendige Mehrheit erreichen.

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Beckstein erhielt im ersten Wahlgang 54, im zweiten 56 Stimmen. Als zweite Kandidatin war kurzfristig die selbst vielen Synodalen kaum bekannte, 73 Jahre alte frühere Bremer Richterin Brigitte Boehme nominiert worden. Sie erhielt im ersten Wahlgang 60, im zweiten 59 Stimmen. Aufgrund der Enthaltungen war damit bis zum Sonntagnachmittag kein neuer Präses gewählt. Beckstein zog daraufhin seine Kandidatur zurück. Die Wahl war notwendig geworden, weil die bisherige Präses Katrin Göring-Eckardt ihr Amt niedergelegt hat, um sich ihrem neuen Amt als Grünen-Fraktionsvorsitzende zu widmen.

          „Theologie der Energiesparlampe“

          Der 69 Jahre alte Beckstein hatte am Freitag vor der Versammlung der lutherischen Synodalen den gegenwärtigen Kurs der EKD kritisiert. Er forderte, die EKD müsse „frommer“ werden und brauche „mehr lutherische Theologie“. Beckstein nahm das in die Kritik geratene Familienpapier zum Anlass, seine Kirche vor einer „Theologie der Energiesparlampe“ zu warnen. Insbesondere griff Beckstein den leitenden Theologen des EKD-Kirchenamts, Thies Gundlach, an. „Wir brauchen lutherische Theologie in der EKD, und nicht nur Gundlach-Theologie“.

          Unmittelbar vor der Wahl relativierte Beckstein seine Äußerung: Es sei für ihn nicht erkennbar gewesen, dass Journalisten auf der Pressetribüne gesessen hätten. Er schätze Gundlach sehr, „der ja auch ein lutherischer Theologe ist.“

          Vor Beginn der Tagung hatte die Wahl Becksteins als wahrscheinlich gegolten. Nach den Äußerungen vom Freitag gewann allerdings der Wunsch nach einer zweiten Kandidatin an Breite. Dieser Wunsch ging von Frauen aus sowie von Synodalen, die Becksteins politische Auffassungen nicht teilen.

          Mehr Berichte zu diesem Thema finden Sie in der F.A.Z. vom Montag, dem 11. November 2013.

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