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Nächster Kommissionspräsident : Rechenexempel

  • -Aktualisiert am

Eine links-liberale Allianz könnte Frans Timmermans vielleicht das Amt des Kommissionspräsidenten sichern. Dafür müsste er aber eine sehr große und bunte Koalition finden.

          Heiko Maas hat recht, wenn er sagt, dass derjenige Kommissionspräsident werde, der eine Mehrheit im Europaparlament findet – und nicht automatisch der Kandidat der stärksten Fraktion. So ist das auch in vielen nationalen Parlamenten. Die Bemerkung des Außenministers, aus der ein Parteipolitiker spricht, soll offensichtlich dem sozialdemokratischen Spitzenkandidaten Frans Timmermans den Weg bereiten.

          Die Sozialdemokraten werden nach den letzten Umfragen nicht als stärkste Kraft aus der Europawahl hervorgehen. Aber eine links-liberale Allianz könnte ihnen vielleicht das Amt des Kommissionspräsidenten sichern. Dafür müsste Timmermans allerdings eine sehr große und bunte Koalition finden. Sozialisten, Liberale und Grüne werden da nicht reichen. Für die EVP, die voraussichtlich stärkste Fraktion bleibt, dürfte es rein rechnerisch einfacher werden, für Manfred Weber eine Mehrheit zu organisieren.

          Bei alledem gilt: Mit dem Wahlergebnis ist diese Personalie noch lange nicht entschieden, denn die Staats- und Regierungschefs haben ein Wörtchen mitzureden.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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