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Wählerbefragung : Klare Mehrheit der Deutschen befürwortet EU

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Bild: Lüdecke, Matthias

Eine klare Mehrheit der Deutschen bei der Europawahl sagt, die EU biete in Krisenzeiten besonderen Schutz. Meinungsumfragen belegen derweil, dass für viele AfD-Wähler das Thema Einwanderung wahlentscheidend gewesen sei.

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          Trotz aller Zugewinne der Euroskeptiker spricht sich eine klare Mehrheit der Deutschen für die Europäische Union aus. Die EU biete in Krisenzeiten besonderen Schutz, äußern 72 Prozent der Deutschen. Das zeigen Analysen der Meinungsforscher von Infratest dimap im Auftrag der ARD auf Grundlage des vorläufigen Endergebnisses.

          Demnach bejahen 68 Prozent der Deutschen, die EU sorge „dafür, dass es uns wirtschaftlich gut geht“. Die Zahl der Deutschen, die überwiegend Vorteile durch die EU-Mitgliedschaft sehen, hat sich im Vergleich zu den vergangenen Europawahlen fast verdoppelt. Am EU-freundlichsten sind mit 59 Prozent die Grünen-Anhänger und mit 62 Prozent Anhänger der FDP.

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          Das Interesse an der Wahl blieb derweil auch dieses Mal gering, wenn auch auf stabilem Niveau. Knapp 52 Prozent der Wähler gaben an, sich nur wenig für die Europawahl zu interessieren. Zwei von drei Nichtwählern teilten mit, in der Europapolitik ließen sich die Parteien nicht voneinander unterscheiden.

          Die Bundespolitik war den Wählern auch dieses Mal wieder wichtiger als die Europapolitik. Im Gegensatz zu vergangenen Europawahlen überwog die Zufriedenheit mit einer Bundesregierung: 53 Prozent äußerten dies. Wiederum 80 Prozent der Befragten äußerten große Zufriedenheit mit der wirtschaftlichen Lage. Vor fünf Jahren lag dieser Wert noch bei zwölf Prozent. 64 Prozent der Befragten gaben unterdessen an, CDU und CSU verträten keine gemeinsame Linie bei der Europawahl.

          Der Erfolg der europakritischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) beruht vor allem auf der Zustimmung bei Männern zwischen 25 und 44 Jahren. Bei Arbeitern ist die AfD am stärksten vertreten, am schwächsten bei den Arbeitslosen. Protestwählertum bestimmte bei AfD-Wählern die Abstimmung: Bei 60 Prozent der AfD-Wähler überwiegt das Motiv „Enttäuschung über die anderen Parteien“. Zwei von drei AfD-Wählern sprechen sich laut Infratest dimap für weniger gemeinsames Handeln der EU-Länder aus - im Gegensatz zu den meisten anderen Wählern.

          Besonders wichtig war AfD-Wählern das Thema Einwanderung. Insgesamt 40 Prozent der befragten AfD-Wähler gaben an, es sei für sie wahlentscheidend gewesen. Fast die Hälfte aller AfD-Wähler ist der Meinung, die offenen Grenzen der EU „bedrohen unseren Wohlstand“.

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