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SPD-Gewinne bei der Europawahl : Achtungserfolg mit drei Namen

  • -Aktualisiert am

Ein Erfolg, drei Väter: SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz, Parteivorsitzender Gabriel, Außenminister Steinmeier (v.l.) Bild: Lüdecke, Matthias

Nach ihrem unerwartet guten Abschneiden bei der Europawahl feiert sich die SPD als Gewinnerin. Martin Schulz hat Chancen, Kommissionspräsident zu werden. Nun kommt es darauf an, was die SPD aus ihrem Achtungserfolg macht. Eine Analyse.

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          Die rund 27 Prozent der Stimmen, die die SPD bei der Europawahl errungen hat, sind keine Sensation, aber ein ordentlicher Erfolg sind sie schon – nicht nur gemessen an der Wahl vor fünf Jahren. Tatsächlich, darauf hat der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel am Sonntagabend hingewiesen, haben Sozialdemokraten in nationalen Wahlen noch nie einen solchen Zuwachs erlangt.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Hinzu kommt, dass die Partei auch im Vergleich zur Bundestagswahl im vergangenen Herbst einen Schritt nach vorn gemacht hat. Schließlich sollte nicht unterschätzt werden, was es für die Genossenseele bedeutet, dass der Abstand zur Union gegenüber dem Wahlgang 2013 halbiert wurde. Vor diesem Hintergrund mutet es nicht mehr so seltsam an, dass die SPD jetzt feiert wie eine Wahlsiegerin.

          Alle Daten zur Europawahl finden Sie hier in der interaktiven FAZ.NET-Übersicht

          Doch das Wahlergebnis hat nicht nur einen Namen, wie Gabriel mit Verweis auf den Spitzenkandidaten Martin Schulz sagte, sondern deren drei:
          Schulz hat als Spitzenkandidat einen leidenschaftlichen Wahlkampf geboten, wiewohl ihm durch die große Koalition in Berlin Polarisierungspotential genommen wurde. Auch scheint die Strategie aufgegangen zu sein, den Deutschen zu erzählen, sie könnten einen der ihren zum EU-Kommissionspräsidenten wählen.

          Ein guter Diplomat, ein mutiger Parteivorsitzender

          Sicher hat es der SPD auch geholfen, dass ihr beliebtester Politiker, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, in der Ukraine-Krise so agiert, wie es sich die meisten Deutschen wünschen: ein nimmermüder Diplomat, der sich nie im Ton vergreift – auch nicht, wenn er mal gegen Linksradikale zurückkeilt.

          Sigmar Gabriel wiederum kann für sich verbuchen, dass es ihm gelungen ist, die SPD mit Mut in die große Koalition geleitet zu haben (wie es die Deutschen wollten) und die Partei dort mit ruhiger Hand zu führen.

          Doch so schön der Wahlabend für die SPD auch war: Was die Brüsseler Personalien anbelangt, ist noch alles offen. Nun kommt es darauf an, was die SPD aus ihrem Achtungserfolg macht.

          Reicht es für die Präsidentschaft? Gabriel und Schulz reden im Willy-Brandt-Haus Bilderstrecke

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