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Kurz vor der Europawahl : Keine Chance zur Verharmlosung

Im polnischen Danzig: Aktivisten stürzen die Statue des umstrittenen Priesters Henryk Jankowski. Bild: dpa

Das überwiegend katholische Polen wird momentan durch einen Dokumentarfilm über Kindesmissbrauch durch Priester aufgewühlt. Hat das Auswirkungen auf die bevorstehende Europawahl?

          Eine 39 Jahre alte Frau und ihr Partner wollen einem älteren katholischen Priester einen Besuch abstatten. Der Mann lässt sie ein. Die Besucherin erinnert den Priester daran, dass sie als Kind hier, im Dorf Topola in Mittelpolen, in seiner Gemeinde und in seiner Obhut war. Manchmal auch ohne Zeugen. Ob er sich erinnern könne, dass er sie unsittlich berührt habe? Sie an allen möglichen Stellen geküsst habe? Sie sagt: „Das hat in meinem erwachsenen Leben tiefe Spuren hinterlassen.“ Der Priester sagt: „Ich hätte das nie tun sollen.“ Er ringt nach Worten, beiden zittern die Hände. Das Gesicht des Priesters ist verpixelt, die Frau ist zu erkennen. Diese verstörende Begegnung ist der Beginn eines polnischen Dokumentarfilms, der auf Youtube seit Freitag von etwa 14 Millionen Menschen gesehen wurde und der das Land erschüttert.

          Gerhard Gnauck

          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Erst im Oktober hatten Millionen Zuschauer den kritischen Spielfilm „Der Klerus“ im Kino gesehen, in dem es um Pädophilie in der katholischen Kirche geht. Schon damals gab es eine hitzige Debatte. In Polen sind nicht nur knapp 90 Prozent der Bevölkerung Katholiken. Die Kirche hat als Hüterin der Nation und als Bollwerk der eigenen Identität gegen Besatzer und Diktatoren über Jahrhunderte eine besondere Rolle gespielt. Der neue Dokumentarfilm, „Aber sag es niemandem“, wurde von Journalist Tomasz Sekielski und seinem Bruder Marek produziert und nach eigenen Angaben über Crowdfunding finanziert.

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