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Nach Parlamentswahl : Belgischer König vermittelt bei Regierungsbildung

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König Philippe von Belgien bei einer Rede Bild: dpa

Die Belgier haben am Wochenende nicht nur ihre Abgeordneten für das Europaparlament gewählt, sondern auch eine neue Abgeordnetenkammer. Das Ergebnis macht die Regierungsbildung kompliziert.

          Nach der Parlamentswahl in Belgien suchen König Philippe und Premierminister Charles Michel nach einer Lösung für die – wie zu erwarten – komplizierte Regierungsbildung. Der liberale Politiker wurde am Montagmittag zum König eingeladen. Der Monarch nimmt in der belgischen Politik eine wichtige Rolle als Vermittler an.

          Die Belgier haben am Sonntag eine fragmentierte Abgeordnetenkammer gewählt. Im französischsprachigen Süden wählten sie eher links, im flämischsprachigen Norden deutlich rechts. Der rechtsextreme Vlaams Belang kam in Flandern auf knapp 12 Prozent. Die Grünen nahmen in beiden Landesteilen (Flandern und Wallonien) zu.

          Deutliche Verluste mussten die flämischen Nationalisten der N-VA hinnehmen. Sie kamen noch auf rund 16 Prozent der Stimmen. Die Partei von Premierminister Charles Michel, der liberale MR, kam auf rund 7,5 Prozent und ihr flämisches Pendant auf 8,5 Prozent.

          Regierungsbildungen sind in dem Königreich traditionell kompliziert. Die Parteien haben mitunter jeweils eigene Ableger im Norden und im Süden. In der Koalition sollen Parteien aus beiden Teilen des Landes sein. Nach den Wahlen 2010 hatte es in Belgien 541 Tage gedauert, bis sich Sozialisten, Christdemokraten und Liberale beider Sprachgruppen auf eine Koalition einigten, um ohne die N-VA eine Regierung bilden zu können. 2014 stand die Koalition nach gut vier Monaten fest. Damals hatte König Philippe erstmals bei der Regierungsbildung vermittelt.

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