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Europawahl : So haben die Länder gewählt

  • Aktualisiert am

Europa hat abgestimmt: In allen 28 Mitgliedstaaten der EU gibt es offizielle Hochrechnungen oder erste Endergebnisse. Ein Überblick über die Auszählung der Wählerstimmen in den Ländern.

          10 Min.

          Belgien

          Belgien muss wegen Problemen mit einem neuen System elektronischer Stimmabgabe auf das Ergebnis der Wahlen für ein nationales Parlament und für das Europaparlament länger warten als bisher. Bis zum Montagmorgen war es lediglich gelungen, 6107 von insgesamt 6615 Wahllokalen auszuzählen. Computerspezialisten arbeiteten an der Behebung eines Softwarefehlers, teilte das Innenministerium am Montag in Brüssel mit. Das elektronische Verfahren war lediglich in einem Teil der Wahllokale verwendet worden. Nach dem bisherigen Stand der Auszählung ist die separatische Neu-Flämische Allianz (N-VA)  mit etwa 21 Prozent aller Stimmen die mit Abstand stärkste Partei in Belgien. Ihr folgen die Christdemokraten in Flandern mit 12 Prozent. Die frankophonen Sozialisten von Regierungschef Elio Di  Rupo mussten Einbußen von mehr als zwei Prozent hinnehmen und kamen auf nur noch elf Prozent.

          Rechnet mit Verlusten: der Vorsitzende der rechtsextremen „Vlaams Belang“, Gerolf Annemans
          Rechnet mit Verlusten: der Vorsitzende der rechtsextremen „Vlaams Belang“, Gerolf Annemans : Bild: AFP

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          Alle Daten zur Europawahl finden Sie hier in der interaktiven FAZ.NET-Übersicht

          Bulgarien

          Der GERB-Vorsitzende ehemalige bulgarische Premierminister Boyko Borisov bei der Stimmabgabe
          Der GERB-Vorsitzende ehemalige bulgarische Premierminister Boyko Borisov bei der Stimmabgabe : Bild: AFP

          Die oppositionelle bürgerliche GERB gewinnt in Bulgarien mit klarem Vorsprung. Sie erhielt nach Hochrechnungen 30,0 Prozent der Stimmen. Die regierenden Sozialisten kamen demnach nur auf 18,5 Prozent. Die bisher in Straßburg vertretene nationalistische Partei Ataka wird den Sprung ins Parlament diesmal wohl verfehlen. Im ärmsten EU-Land gab es abermals Vorwürfe von Stimmenkauf und Wahlmanipulation.

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          Dänemark

          Der Vorsitzende der Dänischen Volkspartei, Kristian Thulesen Dahl (Mitte)
          Der Vorsitzende der Dänischen Volkspartei, Kristian Thulesen Dahl (Mitte) : Bild: dapd

          Die rechtspopulistische Dänische Volkspartei („Dansk Folkeparti“) ist in Dänemark bei der Europawahl stärkste Kraft geworden. Nach Hochrechnungen, bekam die Partei 26,6 Prozent der Stimmen. Danach erhält die europaskeptische DF vier Sitze im künftigen EU-Parlament. Bislang hatte ein DF-Abgeordneter im Europaparlament gesessen. Die regierenden Sozialdemokraten bekommen laut der Prognose drei Sitze. Die Partei von Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt erreichte danach mit 19,1 Prozent die zweitmeisten Stimmen.

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          Deutschland

          In Deutschland erreichte die Union von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 35,3 Prozent - ihr schlechtestes Europa-Ergebnis seit 1979. Diese Verluste gingen ganz überwiegend auf das Konto der CSU, die in Bayern rund acht Prozentpunkte einbüßte. Die SPD verbesserte sich auf 27,3 Prozent - sie hatte 2009 allerdings mit 20,8 Prozent auch ihr schlechtestes Europawahl-Ergebnis eingefahren. Die Grünen sackten auf 10,7 Prozent (12,1). Die Linke erreichte 7,4 Prozent (7,5). Die FDP stürzte wie zuvor schon bei der Bundestagswahl nun auch auf EU-Ebene ab und kam nur auf 3,4 Prozent (11,0). Die euroskeptische Alternative für Deutschland (AfD) schaffte es bei ihrer ersten Europawahl mit einem Ergebnis von 7,0 Prozent ins Parlament.

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          Estland

          In Estland errang die regierende wirtschaftsliberale Reformpartei 18 Prozent der Stimmen und sicherte sich damit in Brüssel zwei Mandate. Ihr sozialdemokratischer Koalitionspartner erhielt mit 16 Prozent der Stimmen einen Sitz. Die beiden Oppositionsparteien schicken je einen Parlamentarier nach Straßburg, ein weiterer der sechs estnischen Sitze ging an einen unabhängigen Kandidaten. Die Wahlbeteiligung lag in Estland (36,44 Prozent) klar unter dem Ergebnis von 2009.

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          Finnland

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