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Europa-Debatte : Was die Politik von heute aus der Geschichte lernen kann

Die Pariser Friedenskonferenz beendete formal den ersten Weltkrieg. Doch taugt sie als Vorlage für die heutigen Bemühungen um Frieden in Syrien? Bild: Picture-Alliance

Wenn heute über Europa diskutiert wird, ist die Geschichte ein beliebtes Argumentationsfeld. Doch unterschiedliche Länder gehen damit sehr unterschiedlich um. Und überhaupt: Wie sehr taugt die Historie als Blaupause?

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          Alle reden über Europa. Die Definitionen, worüber genau alle reden, differieren aber sehr stark. Ein Vertreter der ungarischen Regierung zum Beispiel findet Europa nur dann gut, wenn die „wirklichen Interessen der Völker“ angemessen berücksichtigt werden. Das bedeutet im konkreten Fall hauptsächlich, dass „Europa“ – also die EU – innerungarische Angelegenheiten wie die Kujonierung von Medien oder andere rechtsstaatlich zumindest bedenkliche Maßnahmen mit Schweigen übergehen soll. Dem Vorwurf, da komme eine letztlich europafeindliche Haltung zum Ausdruck, begegnet Budapest mit der Bemerkung, Ungarn sei in den vergangenen Jahrhunderten praktisch nie wirklich unabhängig gewesen, weshalb es jetzt so sehr auf seine Souveränität bedacht sei.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Die Geschichte, bevorzugt aus der Opferperspektive, ist überhaupt ein beliebtes Argumentationsfeld in aktuellen Debatten über Europa, und zwar durchaus nicht nur von Regierungen und Parteien wie der ungarischen. Diese freilich weder neue noch übermäßig originelle Erkenntnis zog sich wie ein roter Faden durch das „History Forum“, das die Körber-Stiftung kürzlich in Berlin veranstaltet hat.

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