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Christlich-Soziale Union : Europa in den Genen

  • -Aktualisiert am

Wahlkampf: 1979 war die Sache für die CSU noch so klar, dass sie der SPD ein gespaltenes Verhältnis zu Europa vorwarf. Bild: SZ Photo

Wie die CSU zur EU steht, ist selten ganz klar. Doch der europäische Gedanke zieht sich durch die Parteigeschichte. Nun stellt sie einen Spitzenkandidaten.

          8 Min.

          In diesem Wahlkampf wollte die CSU keinerlei Zweifel an ihrer Europafreundlichkeit aufkommen lassen. EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber versicherte im Gleichklang mit der SPD, Europa sei die Antwort, nicht das Problem. Parteichef Markus Söder ließ wissen, die CSU habe „den europäischen Gedanken“ am stärksten von allen Parteien verinnerlicht. Die CSU-Europaabgeordnete und stellvertretende Parteichefin Angelika Niebler sagte: „Die CSU war seit ihrer Gründung durch den Ochsensepp immer eine durch und durch proeuropäische Partei.“ Und Bernd Posselt, langjähriger Europaabgeordneter, hob hervor, er, der Europapolitiker, habe sich in seiner CSU schon lange nicht mehr so wohl gefühlt wie jetzt.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Wann Posselt sich unwohler fühlte, ist kein Geheimnis: um die Europawahl 2014 herum. Seine CSU kam damals in Bayern gerade so über 40 Prozent, er selbst verlor sein Mandat. Er wurde danach zwar zu einer Art Kultfigur, weil er unverdrossen weiter an allen Plenarsitzungen und den Sitzungen der CSU-Gruppe im EU-Parlament teilnahm. Anders wäre es Posselt trotzdem lieber gewesen. Der Ton der Partei war seinerzeit anders als heute. Ein ungenauer, aber doch gängiger Begriff dafür lautet: europaskeptisch. In ihrem Europawahlprogramm nahm die CSU gegenüber der EU eine tendenziell abwehrende Haltung ein, verlangte etwa die Halbierung der Zahl der Kommissare.

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