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Tabak-Gesetzgebung : Abschreckend: Bildliche Warnhinweise auf der Packung

Ein vergleichsweise harmloser Warnhinweis auf Zigarettenpackungen in Indien Bild: Reuters

Erkrankte Zähne, ein zu früh geborenes Baby - solche Bilder auf Tabak-Packungen schrecken besonders ab, sagen Raucher und Nichtraucher. In Kanada, Brasilien oder Australien greifen deswegen schon weniger Menschen zur Zigarette.

          Die Fotos von erkrankten Zähnen und einem zu früh geborenen Baby schreckten besonders ab, sagen Raucher und Nichtraucher gleichermaßen über die bildlichen Warnhinweise, die in Ländern wie Kanada, Brasilien und Australien schon länger auf Zigarettenpackungen Pflicht sind. Viele Umfragen belegen inzwischen, dass Fotos, die drastisch auf Folgen des Rauchens aufmerksam machen, Emotionen hervorrufen, die besser im Gedächtnis haften bleiben, zum Nachdenken anregen und Aufklärungsarbeit leisten, als es schriftliche Warnhinweise wie etwa „Rauchen kann tödlich sein“ alleine vermögen. Dabei gelte der Grundsatz, sagt Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum: „Je größer, desto besser.“

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Drei Zielgruppen wollen die Präventionsforscher mit den Warnhinweisen erreichen: Kinder und Jugendliche sollen vom Rauchen abgehalten, Raucher vom Rauchen abgebracht, ehemalige Raucher vor einem Rückfall bewahrt werden. In Deutschland beginnen mittlerweile die meisten Raucher im Alter von rund 15 Jahren mit dem Rauchen. Dessen Kosten für das Gesundheitswesen und die Belastungen für die Betriebe durch Arbeitsausfälle belaufen sich laut dem Statistischen Bundesamt auf mehr als 40Milliarden Euro im Jahr.

          Australischer Warnhinweis für Zigarettenpackungen

          Wie gut bildliche Warnhinweise als Teil einer großangelegten Kampagne wirken, und das besonders bei Jugendlichen, Personen mit Einwanderungshintergrund und bildungsfernen Personen, belegen Zahlen aus Australien: Seit 1995 greifen dort stetig weniger Menschen zu Zigaretten; 2010 waren es nur noch knapp 15 Prozent (2007: 16,7 Prozent). In Deutschland sind es hingegen rund 27 Prozent.

          Umfragen aus Kanada zeigen zudem, dass etwa jeder fünfte Raucher angibt, wegen der abschreckenden Warnhinweise weniger zu rauchen. Jeder dritte fühlt sich durch sie dazu motiviert, mit dem Rauchen aufzuhören. Darüber hinaus berichten 27 Prozent der erfolgreichen früheren Raucher, die Warnhinweise seien eine hilfreiche Rückfallprophylaxe für sie.

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