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Sozialisten in Paris : Bekenntnis zur Freundschaft mit Deutschland

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Im Falle eines Siegs seines Präsidentschaftskandidaten will Wahlkampfdirektor Pierre Moscovici noch am Tag der Amtseinführung nach Berlin reisen Bild: Reuters

Der Wahlkampfdirektor von François Hollande, Pierre Moscovici, setzt im Falle eines Wahlsiegs auf eine enge Partnerschaft mit Berlin.

          Führende französische Sozialisten haben kurz vor der Stichwahl in Frankreich ihren Willen zu einem konstruktiven Arbeitsverhältnis mit der Bundesregierung bekundet. „Wir streben nicht an, eine Krise zu provozieren. Nach einem möglichen Machtwechsel bleibt die deutsch-französische Freundschaft ein wesentliches, ja ein strukturelles Element unserer Politik“, sagte der Wahlkampfdirektor des Sozialisten François Hollande, Pierre Moscovici, dieser Zeitung am Freitag. Der frühere Europaminister zählt zu den Beratern, die nach einem Wahlsieg Hollandes dessen Antrittsbesuch in Berlin vorzubereiten hätte. Hollande geht am Sonntag als Favorit in die Stichwahl gegen den konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. Er plant nach eigenen Worten, im Falle eines Siegs noch am Tag der Amtseinführung, vermutlich am 15. Mai, in die deutsche Hauptstadt zu reisen. „Wir wissen, dass Angela Merkel einen Sieg Nicolas Sarkozys bevorzugt. Sollte François Hollande die Wahl gewinnen, wollen wir zeigen, dass die deutsch-französische Freundschaft alles übersteht. Auch Machtwechsel können ihr nichts anhaben“, sagte Moscovici.

          Die nächsten französischen Wahlen stehen im Juni an

          Obwohl Bundeskanzlerin Merkel tatsächlich bis zuletzt Sarkozy unterstützt hatte, gibt es auch im Bundeskanzleramt keine Zweifel, dass im Falle der Wahl Hollandes die deutsch-französische Zusammenarbeit ihren bisherigen „Mechanismus“ behalten werde. Unsicherheiten gibt es jedoch, wie sich die Wahlen zur französischen Nationalversammlung im Juni auf den Beginn einer Zusammenarbeit mit Hollande auswirken würden. Koalitionspolitiker werden dann sorgfältig beobachten, ob der sozialistische Präsidentschaftskandidat wegen des Wahlkampfs bei seiner bisherigen Schärfe bleiben werde, mit der er eine angeblich einseitige Orientierung der europäischen Staats- und Regierungschefs auf Haushaltskonsolidierung kritisiert hatte. Es sei schwer vorauszusagen, ob Hollande - im Rahmen der politischen Möglichkeiten - vorher schon Signale von Kompromissmöglichkeiten aussenden werde. Doch wurde darauf verwiesen, in Fragen einer ergänzenden „Wachstumsagenda“, die ja schon auf der europäischen „Tagesordnung“ stehe, sei die Bundesregierung „absolut offen“.

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