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Griechenland-Krise : Schulz: Tsipras muss Koalition aufkündigen

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Passt ein Blatt zwischen sie? der griechische Verteidigungsminister und Anel-Vorsitzende Panos Kammenos (links) und Ministerpräsident Alexis Tsipras Mitte Februar in Athen Bild: dpa

Der EU-Parlamentspräsident hat den griechischen Regierungschef aufgefordert, die Koalition mit der rechtpopulistischen Anel-Partei zu beenden. Deren Vorsitzender Panos Kammenos hatte Wolfgang Schäuble bezichtigt, „in einen Fall von Bestechung“ verwickelt gewesen zu sein.

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          Der Präsident des Europäischen Parlaments, der SPD-Politiker Martin Schulz, hat den griechischen Regierungschef Alexis Tsipras aufgefordert, sich seines Koalitionspartners Anel zu entledigen. „Ich halte die jetzige Koalition der Linkspartei mit diesen Rechtspopulisten für einen Fehler“, sagte Schulz der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). Er habe dies Tsipras bei ihrem Treffen am Freitag in Brüssel deutlich gesagt, berichtete die F.A.S. weiter.

          Über den Anel-Parteivorsitzenden Panos Kammenos, der zugleich Verteidigungsminister ist, sagte Schulz: „Der Elefant im Porzellanladen erscheint mir verglichen mit Herrn Kammenos wie ein feinziselierter Diplomat.“

          Kammenos hatte damit gedroht, Flüchtlinge mit Papieren für andere europäische Länder auszustatten, falls sein Land nicht weiter von den Geldgebern finanziert werde. Am Samstag hielt er in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Korruption vor.

          „Wir Griechen erinnern uns genau, dass Herr Schäuble sein Amt als Parteivorsitzender aufgeben musste, weil er in einen Fall von Bestechung verwickelt war. Aber er ist heute trotzdem Finanzminister“,
          sagte Kammenos in den Interview. „Bei aller Kritik an der Korruption in Griechenland ist es ja auch nicht so, dass Deutschland oder Herr Schäuble immer fehlerfrei waren.“

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