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Nobelpreis für Europäische Union : Der Preis des Friedens

  • Aktualisiert am

Europas Repräsentanten: EU-Ratschef Herman van Rompuy (l.), Kommissions-Präsident José Manuel Barroso und Parlamentspräsident Martin Schulz. Bild: dpa

Das Nobelkomitee hat der Europäischen Union in Oslo den Friedensnobelpreis verliehen - und würdigt damit Europas friedensstiftende Geschichte. Das Preisgeld will die EU an Not leidende Kinder spenden.

          Die Europäische Union ist am Montag mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, EU-Kommissionschef José Manuel Barroso und EU-Ratsvorsitzender Herman Van Rompuy nahmen die Medaille und Urkunde vom Vorsitzenden des norwegischen Nobelkomitees, Thorbjörn Jagland, entgegen. Die europäischen Staats- und Regierungschefs, die an der Verleihungszeremonie in Osloer Rathaus teilnahmen - darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) -, quittierten die Verleihung mit Ovationen.

          Das Nobelpreis-Komitee hatte der EU am 12. Oktober überraschend den mit acht Millionen schwedische Kronen (930.000 Euro) dotierten Preis zugesprochen. Es würdigt damit den Beitrag der Union für die Verbreitung von Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten
          in Europa.

          „Dramatischstes Beispiel für Wandel von Krieg zu Frieden“

          Während seiner Rede am Montag wies Komiteechef Jagland abermals daraufhin, dass die EU den Kontinent nach zwei Weltkriegen wieder zusammengeschweißt habe. Er rief Europa auf, auch während der Schuldenkrise auf das Miteinander zu setzen und sich nicht wieder auf nationale Interessen zu beschränken. Ganz persönlich begrüßte Jagland dabei die Kanzlerin und den französischen Präsidenten Francois Hollande und verwies explizit auf die deutsch-französische Freundschaft hin: „Die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich ist das wohl dramatischste Beispiel der Geschichte dafür, dass Krieg und Konflikt sich in kurzer Zeit in Frieden und Zusammenarbeit verwandeln können.“

          Nahmen die Auszeichnung entgegen: Kommissionspräsident Barroso, Ratspräsident Van Rompuy und der Präsident des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz, mit Mitgliedern des norwegischen Nobelkomitees (v.l.) Bilderstrecke

          EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy rief die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union vor Journalisten in Oslo dazu auf, „mehr Europa“ zu wagen. „Europa ist die Lösung für die Krise, nicht die Ursache der Krise“, sagte er:  „Die Antwort ist: Mehr Europa, mehr Integration“, sagte Van Rompuy. „Und wir arbeiten daran seit dem Ausbruch der Krise.“

          Kritik von Amnesty International

          Kritik an der Preisvergabe an die EU kam unter anderem von Amnesty International: Die Organisation warf der EU vor, durch die Abschottung ihrer Grenzen Menschen in Not zu bringen. Die EU will das Preisgeld für Kinder stiften, die zu Kriegsopfern geworden sind.

          Die Nobelpreise und damit auch der für Frieden werden traditionell am 10. Dezember verliehen - dem Todestag von Stiftungsgründer Alfred Nobel.

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