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Neue Verteilung : Quotenregelung für Flüchtlinge?

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Vor allem über das Mittelmeer versuchen Menschen nach Europa zu gelangen. Länder wie Italien, Griechenland und Malta fühlen sich überfordert. Bild: dpa

Immer mehr Flüchtlinge drängen nach Europa, die Mittelmeerländer fühlen sich überfordert. EU-Kommissionspräsident Juncker plant einem Bericht zufolge eine Verteilung entlang fester Quoten.

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          Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen will die Europäische Kommission laut einem Zeitungsbericht eine neue Quotenregelung für eine gerechtere Lastenverteilung vorschlagen. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wolle das Vorhaben, ein „verpflichtendes Quotensystem bei der Einwanderung“ einzuführen, am Mittwoch vorstellen, berichtete die britische Zeitung „The Times“ in ihrer Montagsausgabe. Demnach müssten Lasten für die Versorgung von Migranten in Notsituationen zwischen den 28 EU-Mitgliedstaaten verteilt werden.

          „Um eine faire und ausgeglichene Beteiligung aller Mitgliedstaaten an diesen gemeinsamen Bemühungen sicherzustellen (...), benötigt die EU ein permanentes System für die Aufteilung der Verantwortung für große Zahlen von Flüchtlingen und Asylsuchenden“, zitierte die Zeitung aus einem entsprechenden Papier. Die Verteilung der Flüchtlinge solle nach einem Verteilungsschlüssel erfolgen, der auf dem Bruttoinlandsprodukt, der Bevölkerungszahl, der Arbeitslosenquote und der früheren Zahl von Asylbewerbern der Mitgliedsländer beruhe.

          Widerspruch aus London

          Laut „Times“ will Juncker außerdem erreichen, dass die EU künftig zusätzlich jährlich 20.000 Asylbewerber ansiedelt, die von den Vereinten Nationen benannt werden. Derzeit gilt in der EU das Prinzip, das Migranten nur in dem Mitgliedsland Asyl beantragen können, wo sie zuerst angekommen sind. Dies führt zu einer überdurchschnittlichen Belastung der Mittelmeer-Anrainer wie Italien, Griechenland und Malta.

          Das britische Innenministerium weist Junckers Vorhaben dem Bericht zufolge zurück. „Das Vereinigte Königreich hat eine stolze Geschichte des Asyls für diejenigen, die es am nötigsten brauchen, aber wir glauben nicht, dass ein verpflichtendes Ansiedlungsprogramm die Antwort ist“, erklärte ein Ministeriumssprecher. London werde sich gegen jegliche derartige Vorhaben in Brüssel stellen. Die EU solle sich stattdessen auf die Bekämpfung von Schlepperbanden konzentrieren.

          In einem Leitartikel schrieb „The Times“, Junckers Vorhaben sei eine „direkte Bedrohung für die britische Mitgliedschaft in der Europäischen Union“. Unter Druck der anti-europäischen Strömung im Land hatte der konservative Premierminister David Cameron versprochen, die Einwanderung in Großbritannien stärker zu beschränken. Außerdem will er nach dem Wahlsieg seiner Tories am Donnerstag die Bedingungen für die britische EU-Mitgliedschaft neu verhandeln, bevor spätestens Ende 2017 ein Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU abgehalten werden soll.

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