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Mittelmeer : Renzi will Leichen von Bootsflüchtlingen bergen lassen

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Gerettete Flüchtlinge auf einem italienischen Schiff: Die Regierung in Rom will Ertrunkene bergen lassen. Bild: Reuters

Die italienische Regierung will die Flüchtlingskrise im Mittelmeer mit einer drastischen Maßnahme vor Augen führen. Ministerpräsident Renzi plant die Bergung von mehreren Hundert ertrunkenen Flüchtlingen vom Meeresgrund: „Die ganze Welt soll sehen, was geschehen ist.“

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          Angesichts des Widerstands in der EU gegen eine Quote zur gerechten Verteilung von Flüchtlingen hat Italiens Regierungschef Matteo Renzi eine drastische Maßnahme angekündigt: Italien werde die Leichen von hunderten Flüchtlingen bergen, die im April nach dem Kentern eines einzelnen Boots im Mittelmeer ums Leben gekommen waren, kündigte Renzi am Dienstag in einem Fernsehinterview an.

          „Wir werden an den Meeresgrund gehen und dieses Boot bergen“, sagte er. „Dort unten sind 500 bis 600 Leichen. Die ganze Welt soll sehen, was geschehen ist“, fügte der Ministerpräsident hinzu. Damit wolle er bewirken, „dass diejenigen, die vorgeben, nichts gesehen zu haben, damit aufhören“. Renzi wandte sich damit gegen die vielen EU-Länder, die eine Quote zur Verteilung der vielen Flüchtlinge ablehnen.

          Italien hofft auf Kostenübernahme durch die EU

          Renzi führte aus, die Bergungsaktion werde voraussichtlich „zwischen 15 und 20 Millionen Euro“ kosten. „Ich hoffe, die Europäische Union bezahlt, wenn nicht, machen wir das“, fügte der italienische Regierungschef hinzu. An Bord des Flüchtlingsboots waren mehr als 700 Menschen gewesen, darunter auch Kinder. Sein Untergang vor der libyschen Küste hatte den dringenden Handlungsbedarf angesichts der Flüchtlingskrise im Mittelmeer deutlich gemacht, die EU setzte einen Sondergipfel an.

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          Vorige Woche stellte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sein Vorhaben vor, die Flüchtlinge künftig mit einer Quote gerechter auf die EU-Mitgliedstaaten zu verteilen, um die Mittelmeer-Anrainer wie Italien und Griechenland zu entlasten. Etwa ein Dutzend Mitgliedstaaten, darunter Großbritannien, Frankreich, Spanien und Ungarn, lehnen das Vorhaben jedoch ab.

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