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Griechische Schuldenkrise : In der Wirklichkeit

Wolfgang Schäuble und der neue griechische Finanzminister Yannis Varoufakis Bild: dpa

Griechenlands Finanzminister sucht die Deutschen mit historischen Erfahrungen zu ködern. Aber es ist abwegig, die europäische Rettungspolitik für Griechenland mit dem Vertrag von Versailles zu vergleichen.

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          Finanzminister Varoufakis hat nun einen ersten Eindruck, was man von London bis Berlin von seinen Plänen hält: wenig bis nichts. Dass die EZB nach seinem Besuch in Frankfurt eine Sonderreglung für griechische Banken streicht und so den Druck erhöht, spricht Bände und für die Erwartung, dass es mit der neuen Regierung keine Einigung über ein Anschlussprogramm geben werde.

          Welche Schlüsse werden Varoufakis und Ministerpräsident Tsipras daraus (und aus den Marktreaktionen) ziehen? Weiter gegen die Politik des Sparens und der Reformen wettern, wissend, dass nicht ganz unbedeutende Akteure einen radikalen Kurswechsel nicht mitmachen?

          Das wäre fatal. Griechenland braucht Partner, immerhin das haben Tsipras und Varoufakis erkannt. Sonst geht es schnurstracks in den Bankrott.

          Der Finanzminister suchte die Deutschen mit historischen Erfahrungen zu ködern. Ja, man sollte ein Volk nicht demütigen, das endet meist tragisch. Aber es ist dennoch abwegig, die europäische Rettungspolitik für Griechenland mit dem Vertrag von Versailles zu vergleichen. Der Vergleich ist ziemlich schief.

          Berlin : Varoufakis wirbt für Überbrückungsprogramm bis Ende Mai

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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