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Griechische Schuldenkrise : Lustige Linke

Die Linkspartei ist in ihrer Haltung zu Europa nicht mehr ernst zu nehmen. Regieren kann sie allenfalls mit einer Spaßpartei.

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          In der Krise sieht man klarer, genauer gesagt: Es wird klar, dass manche liebgewordene Denkmuster nicht mehr weiterhelfen. Wie sehr sich das Griechenland-Drama alten Schablonen entzieht, zeigt die Linkspartei. Bis vor kurzem noch Dauerkläger vor dem Bundesverfassungsgericht gegen weitere Integrationsschritte, geht jetzt manchem der Erhalt der Eurozone über alles. Andere vermissen die starke Hand der Kanzlerin, verlangen mehr deutsche Führung in Europa, welche die Athener Parteifreunde doch gern als Wurzel allen Übels sehen und dabei auch vor NS-Vergleichen nicht zurückschrecken.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

          Es scheint nicht so einfach, in diesen Zeiten links zu sein oder auch nur gute Politik zu machen. Dabei tun sich, da alle in die politische Mitte streben, durchaus Lücken im politischen Spektrum auf. Der Streit in der Linkspartei nach dem angekündigten Rückzug des Alleinunterhalters Gysi, der ja auch schon alles, aber auch das glatte Gegenteil davon vertreten konnte, zeigt nun jedenfalls, dass der Verfassungsschutz hier Mittel sparen kann: Die Linkspartei ist schlicht nicht ernst zu nehmen. Regieren kann sie allenfalls mit einer Spaßpartei.

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