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Unmut in Frankreich : „Maul zu, Frau Merkel!“

Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon: Bekannt für verbale Ausfälle Bild: dpa

Die Bundeskanzlerin fordert mehr Reformeifer von den Franzosen und erntet heftige Kritik. Der Wortführer der Linkspartei, Jean-Luc Mélenchon, verbittet sich in harschen Worten jegliche Einmischung, auch Finanzminister Sapin legt nach.

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          Der Reformaufruf der Bundeskanzlerin an Frankreich hat auf der französischen Linken am Montag zu großem Unmut geführt. Der Wortführer der Linkspartei, Jean-Luc Mélenchon, beschimpfte Angela Merkel in einer Twitter-Nachricht in deutscher Sprache: „Maul zu, Frau Merkel! Frankreich ist frei“.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Der für seine verbalen Ausfälle bekannte Linkspopulist verbat sich jegliche Einmischung aus Berlin. Die Bundeskanzlerin hatte in einem Gespräch in  der „Welt am Sonntag“  zu größeren Reformanstrengungen in Frankreich aufgerufen. Die EU-Kommission habe „deutlich gemacht, dass das, was bis jetzt  auf dem Tisch liegt, noch nicht ausreicht“, sagte Merkel. „Dem schließe ich mich an“, sagte sie. „Kümmern Sie sich lieber um Ihre Armen und Ihre in Ruinen liegende Infrastruktur“, mahnte Mélenchon die Bundeskanzlerin auf Französisch.

          Finanzminister Michel Sapin kritisierte nicht Mélenchons Ausfall, sondern sagte, er sei gelegentlich auch über Deutschland irritiert. „Ich sage manchmal  auch Dinge über Deutschland. Ich sage zum Beispiel, dass ich mir wünschen würde, dass in Deutschland mehr investiert wird“, sagte Sapin. Die Bundeskanzlerin habe sich für weitere Reformen in Frankreich ausgesprochen, weil der CDU-Parteitag anstehe, so Sapin.

          Die französische Regierung setze Reformen für Frankreich durch, weil diese notwendig seien und „nicht, um diesem oder jenem europäischen Partner eine Freude zu machen“, sagte der Finanzminister.

          Kritik auch an Oettingers Aufruf

          Zuletzt hatte ein Reformaufruf des deutschen EU-Kommissars Günther Oettinger die Emotionen in der sozialistischen Regierungspartei hochkochen lassen. Parteichef Jean-Christophe Cambadélis verlangte den Rücktritt Oettingers.

          Aber auch der UMP-Vorsitzende Nicolas Sarkozy bewertete die Reformforderung des EU-Kommissars als beleidigend für Frankreich. „Gott weiß, wie sehr ich die desaströse Politik von Herrn Hollande bekämpfe. Aber bis  zu meinem letzten Atemzug werde ich ein Patriot bleiben. Wenn man Frankreich beleidigt, kann ich das nicht akzeptieren“, sagte Sarkozy.

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