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Griechische Schuldenkrise : Erpressung?

Die Europäer sollten sich von Athen nicht vorführen lassen, die griechische Regierung sollte nicht Moskaus „Trojanisches Pferd“ spielen. Das ginge nicht gut aus.

          Die Regierung Tsipras hat ein simples Programm. Es besteht aus einem radikalen Kurswechsel, dem Verlangen nach Brückenfinanzierung und aus Erpressung. Gebe es keine Einigung mit den Gläubigern – gemeint ist Deutschland – im Sinne Athens, dann werde man sich anderswo umschauen, in Amerika, Russland, China oder in anderen Ländern. Amerika soll wohl den strategisch ignoranten Europäern Mores beibringen – Alimente gegen Stabilität an der Südostflanke.

          Dass der nationalistische Verteidigungsminister an zweiter Stelle der Plan-B-Liste Russland nennt, ist erhellend und erschütternd. In der Ukraine-Krise fordert Moskau gerade EU und Nato auf beispiellose Weise heraus. Und da hält es der Mann für eine gute Idee, den geopolitischen Großkonflikt mit der griechischen Schuldenkrise zu verbinden?

          Logisch, dass so viele Leute an Athens Partnerschaftsfähigkeit zweifeln. Die Europäer sollten sich nicht vorführen lassen, die griechische Regierung sollte nicht „Trojanisches Pferd“ spielen. Das ginge nicht gut aus. Eine gedeihliche Zukunft findet Griechenland nur mit den Partnern, nicht gegen sie.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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