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Gipfel in Brüssel : EU und Afrika wollen Zusammenarbeit verbessern

Kaum neue Projekte: Kanzlerin Merkel mit Nigerias Präsident Jonathan in Brüssel Bild: REUTERS

Nach zweitägigen Beratungen verabschieden die Staats- und Regierungschefs der EU und Afrikas wenig mehr als Absichtserklärungen. In der Migrationspolitik wollen beide Seiten enger zusammenarbeiten.

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          Die Staaten Europas und Afrikas haben am Donnerstag in Brüssel vereinbart, enger in der Migrationspolitik zusammenzuarbeiten. Nach zweitägigen Beratungen, an denen mehr als sechzig Staats- und Regierungschefs beider Kontinente teilnahmen, wurde eine „Erklärung über Migration und Mobilität“ unterzeichnet.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Darin versprechen beide Seiten, Menschenhandel und illegale Einwanderung zu bekämpfen, zugleich aber legale Migration zu fördern und den Schutz von Flüchtlingen zu verstärken. Es handelt sich um eine Absichtserklärung, die keine konkreten Ziele oder Vorhaben nennt.

          Nkosazana Dlamini-Zuma, die Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, sagte, wichtig sei, dass junge Afrikaner gut ausgebildet würden. Dann könnten sie als begehrte Arbeitskräfte über Flug- und Seehäfen nach Europa kommen und nicht mehr über Lampedusa. Das junge Afrika und das alternde Europa könnten hier zum gegenseitigen Vorteil zusammenarbeiten.

          EU erhöht Mittel zur Krisenbewältigung

          Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel verwies auf die afrikanische Demographie, sprach aber davon, dass den vielen jungen Menschen des Kontinents eine „gute Heimat“ ermöglicht werden müsse. Auf dem Gipfel, an dem 54 afrikanische und 28 EU-Länder teilnahmen, ging es um Friedenssicherung, Wachstum und Entwicklung.

          Es wurde mehr Zusammenarbeit vereinbart, neue Projekte gab es aber kaum. Die EU, die selbst schon 16 Einsätze zur Krisenbewältigung in Afrika absolviert hat, wird ihre finanzielle Förderung von afrikanischen Friedensmissionen für die nächsten drei Jahre auf 750 Millionen Euro erhöhen. Damit werden unter anderem Einsätze afrikanischer Soldaten in Mali, der Zentralafrikanischen Republik oder Somalia finanziert.

          Auf dem Gipfel wurde positiv vermerkt, dass Afrikas Wirtschaft sich weiter gut entwickelt. Zwischen 2003 und 2011 lag das durchschnittliche Wachstum bei 5,2 Prozent. Der französische Präsident François Hollande sagte, das komme nicht nur den Völkern Afrikas zugute, sondern sei auch gut für europäische Unternehmen. Die EU und ihre Mitgliedstaaten sind Afrikas größte Geber, die etwa 45 Prozent der Entwicklungshilfe für den Kontinent zur Verfügung stellen. Zwischen 2007 und 2013 waren das 141 Milliarden Euro.

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