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Flüchtlingsdrama im Mittelmeer : „Das ist kein Unfall, das ist Mord“

  • Aktualisiert am

EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström Bild: dpa

Ein Sprecher von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström verurteilt nach dem Untergang eines Schiffes im Mittelmeer vor Malta, bei dem offenbar 500 Flüchtlinge ums Leben kamen, das brutale Vorgehen erbarmungsloser Schleuser.

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          Die Europäische Union hat den Untergang eines Schiffes im Mittelmeer vor Malta, bei dem in der vergangenen Woche offenbar 500 Flüchtlinge ums Leben kamen, als „Mord“ bezeichnet. „Das ist kein Unfall, das ist Mord“, sagte ein Sprecher von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström am Dienstag in Brüssel.

          Zwei überlebende Palästinenser hatten nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Rom vom Montag berichtet, wütende Schleuser hätten das Boot absichtlich gerammt. Die Flüchtlinge hätten sich zuvor geweigert, in ein kleineres Boot umzusteigen.

          Der Sprecher Malmströms hob hervor, dass angesichts derart erbarmungsloser Schleuser alle von der EU in den vergangenen Jahren unternommenen Anstrengungen zur Rettung von Bootsflüchtlingen nichts nützten. Allerdings werde die EU ihre Bemühungen zur Strafverfolgung von Schleppern intensivieren. Da die Menschenhändler ihre operative Basis oft außerhalb der EU hätten, sei die Verfolgung jedoch schwierig.

          Das Flüchtlingsschiff mit Menschen aus Syrien, Ägypten, Sudan und den Palästinensergebieten war nach Angaben der Überlebenden am 6. September in Ägypten aufgebrochen. Von den rund 500 Flüchtlingen, die sich nach Aussagen der palästinensischen Zeugen zum Zeitpunkt des Untergangs an Bord befunden haben sollen, wurden bis Dienstag insgesamt nur zehn Überlebende geborgen. Zudem seien drei Leichen entdeckt worden, teilte die IOM in Rom unter Berufung auf Angaben aus Italien, Malta und Griechenland mit.

          Nur wenige Überlebende: Illegale Einwanderer nach ihrer Rettung am Montag bei Garabulli in Libyen
          Nur wenige Überlebende: Illegale Einwanderer nach ihrer Rettung am Montag bei Garabulli in Libyen : Bild: AFP

          Demnach wurden zwei der Überlebenden nach Malta gebracht, sechs nach Kreta und zwei weitere nach Sizilien. Am Sonntagabend war zudem vor Libyen ein Flüchtlingsboot mit 200 Insassen gesunken, von denen 36 gerettet wurden.

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