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Flüchtlinge in Europa : Nicht nur Lampedusa

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Zuflucht: ein afrikanischer Flüchtling Anfang Oktober in der St. Pauli Kirche in Hamburg Bild: dpa

Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisenregionen kommen auf verschiedenen Wegen nach Europa: neben Italien auch über Spanien, Griechenland und die Ukraine - die Routen sind alle gefährlich.

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          Nicht nur die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa ist eines der Ziele von Flüchtlingen aus den Krisenregionen dieser Welt - sie fliehen auch nach Spanien, Griechenland und in die Ukraine. Ein Überblick über die gefährlichen Wege in Sicherheit von den F.A.Z.-Korrespondenten.

          Spanien

          Noch vor wenigen Jahren war „Lampedusa“ überall in und um Spanien: an den Küsten Andalusiens, auf den Kanaren, in den nordafrikanischen Enklaven Ceuta und Melilla. Der Immobilienboom und die Amnestie für illegale Einwanderer unter dem sozialistischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero zogen bis zu dem Beginn der großen Krise im Jahr 2008 Hunderttausende von Wirtschaftsflüchtlingen aus Lateinamerika und Mittelosteuropa an. Sie kamen mit dem Flugzeug, der Bahn und Bussen. Parallel dazu entwickelte sich ein Exodus aus den Maghreb-Ländern über den Atlantik und die Straße von Gibraltar. Marokkaner wurden - neben Rumänen - zur größten Einwanderungsgruppe in Spanien mit gegenwärtig jeweils einer Million. Die Bevölkerung des Landes wuchs binnen eines Jahrzehnts um mehr als fünf Millionen auf jetzt rund 47 Millionen an.

          Doch der Druck kam und kommt insbesondere aus dem schwarzafrikanischen Hinterland. Tausende brachen aus fragilen oder gescheiterten Staaten südlich der Sahara Richtung Norden nach Europa auf. Für sie ist Marokko die wichtigste Zwischenstation. Der spanischen Regierung gelang es, das benachbarte Königreich zur Kooperation zu bewegen. Seitdem hilft Marokko bei der Kontrolle der Flüchtlingsströme. Aber noch immer lagern in den Wäldern um Ceuta und Melilla Tausende Afrikaner und warten auf eine Gelegenheit, auf das andalusische Festland überzusetzen. Für Schleuserbanden sind sie unverändert ein lukratives Geschäft. Das führte in diesem Sommer dazu, dass Migranten aus dem Maghreb und der Sahara immer wieder ihr Leben in Schlauchbooten oder sogar auf Luftmatratzen mit Hilfsmotor riskierten. Die spanische Küstenwache war auch bei stürmischem Wetter im Einsatz. Auch hier gab es Todesfälle.

          Mit Geld, guten Worten und Hilfslieferungen war es Spanien zwischendurch gelungen, den Exodus der Boote von den Küsten Mauretaniens auf die Kanarischen Inseln einzudämmen. Tausende Menschen aus Mali und seiner instabilen Nachbarschaft hatten den Weg nach Europa gesucht. Die letzten Anstürme erlebten nun erst im vorigen Monat Ceuta und Melilla, wo verzweifelte Afrikaner mit großer Aggressivität Breschen in die befestigten Grenzzäune schlugen oder mit Autoreifen aus Marokko an die Strände der spanischen Städte schwammen. Noch immer sind die Auffanglager überfüllt. (Leo Wieland, Madrid)

          Griechenland

          Noch 2010 wurden die meisten illegalen Grenzübertritte in der EU aus Griechenland gemeldet. Laut der EU-Grenzschutzagentur Frontex wurden dort vor drei Jahren mehr als die Hälfte der Fälle registriert - allein 45 000 waren es im ersten Halbjahr 2010. Das wichtigste Einfallstor lag im äußersten Nordosten, wo der Grenzfluss Evros den griechischen Westteil vom türkischen Ostteil Thrakiens trennt. Auf einem gut zehn Kilometer langen Abschnitt bildet der Fluss jedoch nicht die Grenze, sondern ist an beiden Ufern türkisch. Hier verläuft die türkische Grenze zu Griechenland erst etwas weiter westlich. Über diesen Landabschnitt gelangten bis vor kurzem die meisten Flüchtlinge nach Griechenland - und von dort weiter in andere EU-Staaten. Das hat sich geändert, seit Griechenland diesen Abschnitt mit einem gut zehn Kilometer langen, mehrere Meter hohen Stacheldrahtzaun abgesperrt hat. Menschenrechtsorganisationen kritisierten den Bau des Zaunes, bei den Anwohnern auf beiden Seiten der Grenze fand er jedoch Zustimmung. Türkische Bauern hatten sich beschwert, dass die Flüchtlinge in großen Gruppen über ihre Felder zögen und die Ernte niedertrampelten. Der Zaun wurde im Dezember 2012 nach einem Jahr Bauzeit fertiggestellt. Zudem entsandte Athen 1800 Grenzpolizisten zusätzlich in die Region. Durch diese Maßnahmen sank die Zahl der dort aufgegriffenen Flüchtlinge nach Angaben der griechischen Polizei um 95 Prozent.

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